Klaudius Gansczyk zu einem Clinton Interview in der Zeit

Mitstreiter gefunden: Global Marshall Plan Initiative



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KlaudiusGansczyk -

Das ZEIT-Interview mit Bill Clinton erinnert an „gute alte Zeiten“: Als die USA 1948 dem kriegszerstörten Europa, insbesondere auch uns Deutschen, mit dem „Marshall-Plan“ großzügig auf die Beine halfen. Der Marshall-Plan leitete eine Entwicklung ein, die zu Demokratie, Wohlstand und Aussöhnung zwischen Erzfeinden führte, also zum Frieden. Für diese Entwicklung sollten wir noch heute dankbar sein.

Das Interview erinnert aber auch an Al Gores Buch „Wege zum Gleichgewicht – ein Marshall Plan für die Erde“, mit dem der „beinahe US-Präsident des Jahres 2000“ bereits 1992, also während des Ausbruchs der weltwirtschaftsbeherrschten Globalisierung, eine neue Ära einzuleiten versuchte: Nach der Überwindung des Hitler-Regimes durch einen furchtbar wütenden Zweiten Weltkrieg und nach der Überwindung des Kalten Krieges in einem irrsinnigen Rüstungswettlauf, sah Al Gore die Zeit gekommen, nun endlich alle politischen, wirtschaftlichen, finanziellen, technischen und kulturellen Kräfte auf das Überleben unseres Heimatplaneten Erde zu richten. Dies hat die gegenwärtige Form der Globalisierung leider vergessen.

Wenn Bill Clinton nun „Mitstreiter in seinem Kampf gegen Aids, gegen die Armut in den Entwicklungsländern und den Klimawandel“ sucht, so weckt diese einst mächtige Stimme ganz leise Hoffnungen. An Mitstreitern dürfte es jedenfalls nicht scheitern. DIE ZEIT müsste ihn nur auf die Global Marshall Plan Initiative aufmerksam machen, genau so, wie die deutschen Leser, als Elisabeth von Thadden in der Ausgabe Nr. 24 schrieb:
„Die Impulse für eine Welt in Balance, zum Buch zusammengetragen von einer Gruppe aus Wissenschaftlern, Ökonomen, Politikern, Kirchenleuten, die sich Global Marshall Plan Initiative nennt, möchten im Grunde nur eins: Weil eine Welt aus den Fugen ist, in der 30000 Kinder täglich an Hunger, dreckigem Wasser und Elendskrankheiten sterben, während jeden Tag 2,84 US-Dollar für die Subventionen einer europäischen Kuh aufgebracht werden, muss ein neues Gleichgewicht her – und zwar, indem die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen für das Jahr 2015, unterzeichnet von 191 Ländern, endlich umgesetzt werden.“

Die „Wege zum Gleichgewicht“ sind in den USA, Europa und weltweit bekannt; Wege, die nicht nur in transatlantischer, sondern auch in internationaler und interkultureller Zusammenarbeit zu mehr globaler Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Frieden, auch mit der Natur, führen könnten. Kriege tun dies nicht. Auch „Kriege gegen den Terrorismus“ nicht.
(18.08.2005 08:53:17)

Quelle: http://www.zeit.de/2005/34/Clinton?page=4

Clinton Interview: »Sonst zahlen wir einen furchtbaren Preis«

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