Global Deal
Ein sogenannter Global Deal, ein Ausgleich zwischen dem Süden und Norden, wurde bei den Vorbereitungen für den Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (Johannesburg 2002) auf Anregung Dänemarks von der EU, der Schweiz und Norwegen vorgeschlagen, konnte aber auf Druck der USA nicht auf die Tagesordnung gesetzt werden. Der “globale Deal” hätte unter anderem einen Schuldenerlaß für die Dritte Welt und die Eindämmung der negativen ökologischen Folgen des Wirtschaftswachstums zum Gegenstand haben sollen.

Global Environmental Agency
Forscher der Vereinten Nationen forderten in einem 2002 veröffentlichten Bericht die Einrichtung einer Globalen Umweltagentur (GEA) zur Koordinierung und Umsetzung der über 500 bereits geschlossenen internationalen Umweltschutzabkommen. Neben Brasilien, Deutschland, Singapur und Südafrika haben sich auch Jacques Chirac und Lionel Jospin sowie Renato Ruggiero, Generaldirektor der WTO, für eine solche Organisation ausgesprochen, die laut dem Wissenschaftler Prof. Esty (Yale) lieber Global Environmental Organization (GEO) heißen sollte.

Global Governance
Das Konzept “Global Governance” hat viele politische und wissenschaftliche Interpretationen erfahren, die - bei allen Unterschieden in Begrifflichkeit und Begründung - immer auf die politische Gestaltung der Globalisierung abzielen, also auf die Errichtung von Governance-Strukturen, die den veränderten Bedingungen gerecht werden. Unter Governance-Strukturen wird das komplexe System gegenseitiger Führung und Verantwortung verstanden, das z.B. in Verträgen und Organisationen, aber auch in informellen Normen und Abhängigkeiten seinen Ausdruck findet. Siehe auch Governance.

Good Governance
Ausgehend vom Governance-Begriff der Weltbank (siehe OECD (DAC) 1995 einen Orientierungsrahmen für die DAC-Mitglieder zur Förderung von "Good Governance" in ihren Partnerländern formuliert. Seitdem ist der Begriff, der schon wegen seines normativen Anspruchs sehr unterschiedlich interpretiert wird, aus der internationalen Debatte um Entwicklungsländer und Regierungsführung nicht mehr wegzudenken. Laut Definition des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit meint Good Governance "gute politische Rahmenbedingungen für eine soziale, ökologische und marktwirtschaftliche Entwicklung und den verantwortungsvollen Umgang des Staates mit politischer Macht (auch im Sicherheitsbereich) und öffentlichen Ressourcen. Dies erfordert ein leistungsfähiges öffentliches Management; Politik und Verwaltung räumen der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft Partizipationsmöglichkeiten ein, sorgen für Informationen und Transparenz und legen der Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft ab über ihr Handeln (Accountability nach innen und nach außen). Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit, auch im Sinne der Gleichberechtigung, müssen gewährleistet sein" (
Quelle).

Governance
Der englische Begriff “Governance”, für den es keine geeignete deutsche Übersetzung gibt, hat seit den 1990er Jahren in den Wissenschaften wie auch in der Praxis zunehmend an Bedeutung gewonnen. Exemplarisch und näherungsweise kann Governance definiert werden als die Gesamtheit der zahlreichen Wege, auf denen Individuen sowie öffentliche und private Institutionen ihre gemeinsamen Angelegenheiten regeln, inklusive aller formalen und informalen Regeln und Organisationen. Dabei wird anstelle des traditionellen Führungsanspruchs einer Leitungs- oder Koordinationsstelle (Regierung, Vorstand, etc.) ein neues, integratives Modell zugrunde gelegt, das die multidimensionale Interdependenz verschiedener Einheiten als selbststeuerndes Netzwerk ansieht.


Homo Oeconomicus
In den Wirtschaftswissenschaften wird angenommen, daß sich der Mensch durch Eigennutz und Rationalität auszeichnet. Er strebt nach maximalem Wohlstand, nach Prestige und nach Freiheit (bzw. Handlungsspielraum), und er verfügt über ein hohes Maß an Intelligenz und Kenntnissen, die ihm bei seinem Streben helfen. Dieses vereinfachte Modell heißt “Homo Oeconomicus”. Häufig als verwerfliche Verirrung der Wirtschaftswelt fehlinterpretiert, ist es eigentlich keine Beschreibung des Menschen selbst, sondern eine Modellannahme zur theoretischen Abbildung menschlichen Verhaltens. Wie andere wissenschaftliche Modelle auch ist sie für bestimmte theoretische Fragestellungen sehr nützlich, aber nicht für alle.

Homo Oeconomicus Cooperativus
Das Modell des Homo Oeconomicus kann dahingehend erweitert werden, daß die entscheidenden Akteure Absprachen treffen können und sich auch an diese Absprachen halten. In vielen Situationen, die z.B. dem Gefangenen-Dilemma entsprechen, liegt dies im Eigeninteresse aller Akteure. Überträgt man den Wechsel vom Homo Oeconomicus zum Homo Oeconomicus Cooperativus von der Modellwelt auf die Realität, so bedeutet dies, die individuelle Verfolgung des eigenen Interesses (gegeneinander) durch die gemeinsame Verfolgung gemeinsamer Interessen bzw. kompatibler Eigeninteressen (miteinander) zu ersetzen, etwa im Rahmen eines Planetary Contract.


Insightful
Englisch für “einsichtig”; siehe Enlightened selfishness.

Interamerikanische Entwicklungsbank
Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB für Inter-American Development Bank) ist eine internationale Organisation nord- und südamerikanischer sowie europäischer Staaten, die seit über vier Jahrzehnten die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die regionale Integration lateinamerikanischer und karibischer Länder unterstützt, indem Kredite vor allem an öffentliche Institutionen vergeben werden.
Website der Interamerikanischen Entwicklungsbank (englisch)

Internalisierung von Kosten
Bei wirtschaftlichen Vorgängen aller Art (Produktion, Konsum, Transport, etc.) entstehen Kosten, die nur zum Teil im gezahlten Preis widergespiegelt werden. Unter die externen Kosten fällt z.B. häufig die Umweltverschmutzung, die von einem Einzelnen verursacht wird und dann die gesamte Gesellschaft belastet. Eine Internalisierung solcher Kosten bedeutet, daß sie in den Preis des verursachenden Vorgangs mit eingehen. Dies kann z.B. durch Steuern, teilweise aber auch schon durch entsprechende Anpassungen der Rechtsordnung erreicht werden. Erst dann gibt der vom Einzelnen zu zahlende Preis den tatsächlichen Wert des Vorgangs wieder, und erst dann kann das marktwirtschaftliche Preissystem seine großen Vorteile (bei der Allokation) zur Geltung bringen.

Internationale Finanzkorporation
Diese internationale Organisation (IFC für International Finance Corporation) wurde 1956 als Teil der Weltbankgruppe gegründet. Ihre Aufgabe besteht in der finanziellen Unterstützung privater Unternehmen in Entwicklungsländern.

International Finance Facility
Der britische Finanzminister Gordon Brown hat Ende 2002 diesen Mechanismus vorgeschlagen, um die zu erwartende Finanzierungslücke in der weltweiten Entwicklungshilfe zu schließen. Im Rahmen einer International Finance Facility (IFF) könnten die öffentlichen Geber auf den internationalen Kapitalmärkten Anleihen emittieren und den Entwicklungsländern mit den daraus resultierenden Mitteln höhere Finanzierungsbeiträge zur Verfügung stellen.

Internationale Arbeitsorganisation
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO für International Labour Organization) war ursprünglich eine ständige Einrichtung des Völkerbundes mit dem Ziel der Sicherung des Weltfriedens auf der Grundlage sozialer Gerechtigkeit. Sie begann ihre Tätigkeit 1919 in Versailles und ist seit 1946 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Die ILO hat für ihre heute 177 Mitglieder bisher 185 Übereinkommen und 194 Empfehlungen ausgearbeitet, die verschiedene Gebiete des Arbeitsrechtes betreffen (z.B. Altersgrenzen, Mutterschutz).
Website der Internationalen Arbeitsorganisation (englisch)

Internationaler Währungsfonds
Der IWF (oder IMF für International Monetary Fund) ist eine internationale Organisation, die zusammen mit der Weltbank als Bretton-Woods-Institution bezeichnet wird. Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, die Stabilisierung von Wechselkursen und die Kreditvergabe an Staaten, wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Der IWF hat erheblichen Einfluß auf die Geldpolitik solcher Staaten, indem er seine Hilfsmaßnahmen mit Auflagen verbindet.
Website des Internationalen Währunsfonds

Die Klima-Krise ist in aller Munde. Doch das reicht nicht! Es ist unsere Aufgabe jetzt gemeinsam zu Handeln: Neben dem drastischen Reduzieren von CO2-Emissionen, müssen wir nicht vermeidbare Emissionen durch dauerhafte CO2-Bindung ausgleichen. Diese entsteht durch großflächig angelegte Wälder. Dafür pflanzen wir Bäume! [Mehr]
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