Marktfundamentalismus
Das Wort “Marktfundamentalismus” beschreibt und kritisiert eine wirtschaftspolitische Einstellung, die dem Preismechanismus des freien Marktes so viel Vertrauen entgegenbringt, daß Regulierungs- und Umverteilungsmaßnahmen (bzw. entsprechende Gesetze) als unnötig empfunden bzw. wegen ihrer verzerrenden Wirkung abgelehnt werden.

Marshallplan der USA
Das Europäische Wiederaufbauprogramm (ERP für European Recovery Program), so der offizielle Titel des Marshallplans, war ein von den USA finanziertes wirtschaftliches Wiederaufbauprogramm für das nach dem Zweiten Weltkrieg zerstörte Europa. Es ist benannt nach dem US-Außenminister George Marshall (Friedensnobelpreis 1953). Neben dem Aufbau Europas, dessen angestrebte wirtschaftliche Stärke und Westintegration auch gegen den sowjetischen Kommunismus gerichtet war, diente das Programm auch dem Wiedererstarken des europäischen Exportmarktes zugunsten der USA selbst. Im Marshallplan verband sich also das Eigeninteresse seiner Geldgeber, der USA, mit der wirtschaftlichen Hilfe zugunsten Europas.

Millenniumserklärung
Am 18. September 2000 nahm die UN-Generalversammlung den Jahrtausendwechsel zum Anlaß, die Millenniumserklärung zu verabschieden. Ein Großteil der in den neunziger Jahren auf internationalen Konferenzen verabschiedeten Entwicklungsziele wurde in der Erklärung zusammengeführt, so daß zum ersten Mal in der Geschichte der internationalen Zusammenarbeit ein gemeinsamer Zielkatalog entstand. Somit wurde eine Vision für die Zukunft der Vereinten Nationen (UN) formuliert, die neben der Erhaltung des Weltfriedens, und zur nachhaltigen Erreichung desselben, vor allem Entwicklungs- und Umweltziele in den Mittelpunkt stellt.
Website der Millenniumserklärung (englisch)

Millenniumsziele
Mit der Millenniumserklärung bekannten sich die Vereinten Nationen und fast alle Staaten der Welt offiziell zu dem Ziel, den Anteil der Menschen, die von weniger als 1 US-Dollar pro Tag leben müssen, bis zum Jahr 2015 zu halbieren. entstand. Als konkrete Hauptziele (Millenniumsziele, englisch: U.N. Millenium Development Goals) nennt die Erklärung (1) Ausrottung von extremer Armut und Hunger, (2) Primärschulbildung für alle, (3) Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Empowerment von Frauen, (4) Reduzierung der Kindersterblichkeit, (5) Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern, (6) Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten, (7) ökologische Nachhaltigkeit, (8) Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft. Da der Erklärung wenig entsprechende Taten folgten, sind ihre Ziele nur noch mit großem Aufwand und durchgreifenden Mitteln zu erreichen.

Montrealer Protokoll
Zum Schutz von Klima und Atmosphäre wurde 1987 das sogenannte Montrealer Protokoll verabschiedet. Es regelt die Emission von Substanzen, die die Ozonschicht schädigen.


Neue Wirtschaftsgeographie
Die raumwissenschaftlich geprägte “New Economic Geography” ist ein spezifischer Bereich der Volkswirtschaftslehre, der auf der Neuen Wachstums- und Außenhandelstheorie aufbaut. Sie analysiert Ursachen und Erscheinungsformen der räumlichen Differenzierung und der räumlichen Organisation von Innovationsprozessen, wie sie z.B. aufgrund der internationalen Arbeitsteilung in der Weltwirtschaft auftreten.

Neue Wachstums- und Außenhandelstheorie
Seit den 1980er Jahren wurden in der Volkswirtschaftslehre neuartige quantitative Modelle entwickelt, die dynamisch und damit weit realistischer sind als die herkömmliche komparativ-statische Analyse. Somit können auch Einflußfaktoren wie Lernen (Akkumulation von Humankapital) und Maßnahmen der Wirtschaftspolitik berücksichtigt werden. Entsprechende dynamische Modelle des internationalen Handels haben zu neuen Erkenntnissen bezüglich der langfristigen gegenseitigen Abhängigkeit von Staaten geführt, etwa im Bereich der internationalen Verschuldung. Die Neue Wirtschaftsgeographie basiert ebenfalls auf der Neuen Wachstums- und Außenhandelstheorie.

Neue Institutionenökonomie
In der Neuen Institutionenökonomie (NIÖ), die eine wichtige Grundlage der modernen Volkswirtschaftslehre darstellt, wird abweichend von der klassischen Modellvorstellung des perfekten Marktes beschränkte Rationalität und insbesondere beschränkte Information unterstellt. Neben Produktion und Preisbildung werden auch Handlungs- und Verfügungsrechte, Transaktionskosten (z.B. für die Informationsbeschaffung) und Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehungen analysiert.

Offshore-Bankplätze
Der Begriff “offshore” bezeichnet feststehende Bauwerke in der offenen See. Im Finanzbereich werden manchmal Wirtschaftssondergebiete definiert und analog zu realen Offshoregebieten von Steuern ausgenommen. Insbesondere Inseln gelten oft als solche Offshoregebiete. In diesem Falle kommen nationale Zölle und Steuern nicht zur Anwendung, da die Inseln rechtlich als Ausland gelten.

Ökologischer Fußabdruck
Unter dem ökologischen Fußabdruck wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion seiner Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie, aber z.B. auch zum Abbau des von ihm erzeugten Mülls oder zum Binden des durch seine Aktivitäten freigesetzten Kohlendioxids benötigt werden.

Das Konzept wurde 1994 von Mathis Wackernagel und William E. Rees entwickelt. 2003 wurde von Wackernagel das Global Footprint Network gegründet, welches u.a. von der Nobelpreisträgerin Wangari Maathai, dem Gründer des World Watch Instituts Lester Brown und Ernst Ulrich von Weizsäcker unterstützt wird.

Marktöffnung
Marktöffnung bedeutet die Abschaffung protektionistischer Marktabschottung (vgl. Protektionismus, d.h. die Abschaffung von Zöllen oder anderen Regeln, die dem Marktzutritt aus dem Ausland im Wege stehen. Ein bekanntes Beispiel ist der EG-Markt, der für Landwirtschaftserzeugnisse von Entwicklungsländern praktisch unerreichbar ist.

Offene Gesellschaft
Der Begriff “Offene Gesellschaft” leitet sich vom Buchtitel “Die offene Gesellschaft und ihre Feinde” (Karl Popper) ab. In offenen Gesellschaften ist im Gegensatz zu ideologisch festgelegten, geschlossen Gesellschaften, die einen für alle verbindlichen Heilsplan verfolgen, ein intellektueller Meinungsaustausch gestattet, der auch kulturelle Veränderungen ermöglicht. Daher sind Meinungs- Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sowie religiöse Neutralität von grundlegender Bedeutung für offene Gesellschaften. Gegenbild der Offenen Gesellschaft in der Moderne ist der Totalitarismus. (Quelle: Wikipedia, 09 Aug 2004)

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die OECD (OECD für Organization for Economic Co-operation and Development) ist ein lockerer Bund der Industriestaaten. Sie ging 1961 aus der Organisation für Europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) hervor, die 1948 gegründet worden war, um den Marshallplan zu koordinieren. Satzungsgemässe Ziele der OECD sind es, zu einer optimalen Wirtschaftsentwicklung und einem steigenden Lebensstandard in ihren Mitgliedstaaten beizutragen, in ihren Mitgliedsländern sowie in den Entwicklungsländern das Wirtschaftswachstum zu fördern, und eine Ausweitung des Welthandels zu begünstigen.
Website der OECD (englisch)

Organisation erdölexportierender Länder
Die in Wien angesiedelte OPEC (Organization of Petroleum Exporting Countries) wurde 1960 in Bagdad gegründet, um den Ölpreis zu stabilisieren. Seit den beiden Ölkrisen 1973 und 1979 gewann die OPEC zunehmend an Macht und dient, wenn auch unter dem Druck anderer Staaten, im wesentlichen den nationalen Interessen der Mitgliedsstaaten. Sie fördern etwa 40% der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über ca. drei Viertel der weltweiten Erdölreserven.

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