Dematerialisierung
Dematerialisierung bezeichnet die Bereitstellung und Nutzung von Produkten und Dienstleistungen mit zunehmend weniger Materialeinsatz. Mit der Abnahme an Stoffströmen nimmt auch das Ausmaß der Umweltbelastungen ab (vgl. Simonis 2003, 53).
Deregulierung: Deregulierung ist der Oberbegriff für die Aufhebung, Lockerung oder Umgestaltung von staatlicher Regulierung in Form von Gesetzen, Verordnungen und sonstigen Normvorgaben (vgl. Simonis 2003, 54).
Design- und Abstimmungsprozesse
Politische Programme, insbesondere wenn sie so umfassend und weitreichend sind wie ein Planetary Contract, können oftmals nicht einfach vorgeschlagen, verabschiedet und umgesetzt werden. Ihre Entwicklung erfordert vielmehr einen komplizierten Prozeß, an dem viele Akteure beteiligt sind. In diesem Prozeß wird einerseits das Design des betreffenden Programms festgelegt, d.h. es werden Ziele und Maßnahmen definiert, einschließlich dazugehörigen Regeln und Institutionen. Andererseits wird das gemeinsame Vorgehen der Beteiligten abgestimmt, und es wird über die zu treffenden Entscheidungen abgestimmt. Im Falle des Global Marshall Plan / Planetary Contract sind sowohl internationale Organisationen (UN, Bretton-Woods-Institutionen, etc.) als auch nationale Regierungen in den Prozeß einzubeziehen, aber auch Akteure der Zivilgesellschaft wie z.B. Nichtregierungsorganisationen und große Wirtschaftsunternehmen.
Digitale Spaltung
Die Digitale Spaltung der Menschheit (engl.: digital divide) besteht im ungleichen Zugang der Menschen zur informationstechnologischen Infrastruktur, d.h. insbesondere zum Internet. Diese Ungleichheit entspricht weitgehend dem Gefälle zwischen Arm und Reich, das sowohl lokal als auch weltweit (zwischen entwickelten und Entwicklungsländern, oder zwischen Nord und Süd) vorliegt und durch die Digitale Spaltung noch verstärkt wird.
Entwicklung
Mit Entwicklung ist im Kontext der Global Marshall Plan Initiative die Entwicklung der sogenannten Entwicklungsländer gemeint, also in erster Linie der Ausgleich wirtschaftlicher Rückstände. Neben Verbesserungen des allgemeinen privaten Wohlstands und der öffentlichen Infrastruktur müssen aber auch politische (Governance-) Strukturen und soziale Rahmenbedingungen (Menschenrechte, Arbeitsbedingungen) berücksichtigt werden.
Entwicklungsökonomik
Die volkswirtschaftlichen und politischen Prozesse in Entwicklungsländern unterscheiden sich grundsätzlich von denen entwickelter Länder. Diese Besonderheiten, die zugleich besondere Probleme und Herausforderungen darstellen, werden als Entwicklungsökonomik bezeichnet und von dem gleichnamigen Zweig der Volkswirtschaftslehre untersucht.
Energie
Captain Picard’s Befehl zum Gasgeben auf der Enterprise, meist verbunden mit einer entschlossenen Handbewegung bei ausgestrecktem Zeigefinger. Erschwerend kommt noch folgendes hinzu:
Energie ist neben Wasser die wichtigste Ressource für menschliches Leben, die zugleich am ungleichsten verteilt ist. Um Heizung, Geräte und Fahrzeuge damit anzutreiben wird Energie aus sogenannten Energieträgern gewonnen, die in erschöpfliche (wie z.B. Erdöl) und unerschöpfliche (z.B. Sonnen- oder Windkraft) eingeteilt werden. Schon diese Begriffe weisen auf die Problematik hin, daß der Menschheit nur noch ein sehr begrenztes Maß an erschöpflichen Energiequellen zur Verfügung steht. Eine Umstellung auf unerschöpfliche Energiequellen (im Sinne der nachhaltigen Wirtschaft) ist daher dringend erforderlich. Beim umgangssprachlich sogenannten Energieverbrauch entsteht ein weiteres Problem, weil Energie eigentlich nicht verbraucht, sondern als Wärme an die Atmosphäre abgegeben wird.
Enlightened selfishness
Aufgeklärter Eigennutz entspricht im Prinzip der Modellannahme des Homo Oeconomicus, betont dabei aber die Erkenntnis, daß es manchmal im eigenen Interesse liegt, anderen zu helfen. Der Marshallplan der USA bietet dafür ein treffendes Beispiel. Ähnlich Homo Oeconomicus Cooperativus.
Environmental Protection Agency (EPA)
Die amerikanische Umweltschutzagentur (EPA) ist für die wissenschaftliche Begründung und die Festlegung von Umweltstandards zuständig, deren Einhaltung sie außerdem überwacht (Monitoring).
Website der Environmental Protection Agency
Equator Principles
Im Juni 2003 unterzeichneten neun private, international tätige Investmentbanken die sogenannten Äquatorprinzipien. Damit verpflichten sich diese und später auch noch weitere 11 Banken, ihre Projektfinanzierungen nach dem Vorbild der Weltbankgruppe auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit zu prüfen. In ihrer Zwischenbilanz nach einem Jahr waren die im Netzwerk “BankTrack” zusammengeschlossenen Nichtregierungsorganisationen, die die Umsetzung der Äquatorprinzipien kritisch beobachten, wenig enthusiastisch, da die “Äquatorbanken” trotz Unterzeichnung der freiwilligen Vereinbarung weiterhin kontroverse Projekte finanzieren.
Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD für European Bank for Reconstruction and Development) wurde 1991 gegründet, um private und unternehmerische Initiativen in Mittel- und Osteuropa und in den GUS-Staaten zu unterstützen. Obwohl die EBRD europäischen Staaten und zum Teil der EG gehört, handelt es sich um eine normale Bank, die auf privatrechtlicher Grundlage am internationalen Kapitalmarkt teilnimmt.
Website der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
Europäische Gemeinschaft
Die Europäische Gemeinschaft (EG) ist eine völkerrechtlich anerkannte internationale Organisation, die den Wirtschaftsraum der Europäischen Union (EU) umfaßt und für seine Regelung verantwortlich ist (siehe z.B. Agrarpolitik). Sie ist aus den drei Europäischen Gemeinschaften (Montanunion, EURATOM, EWG) hervorgegangen und bildet den wichtigsten Teil der EU. Da die EG den einzelnen Mitgliedsstaaten viele Kompetenzen abgenommen hat, ist sie im Welthandel gesamthaft als Akteur zu betrachten und nimmt dementsprechend als Vertragspartei an internationalen Verträgen und Organisationen teil (Bsp. WTO).
Europäische Union
Die Europäische Union (EU) ist durch die 1991 in Maastricht geschlossenen Verträge entstanden, die zusätzlich zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, siehe Europäische Gemeinschaft) auch eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) sowie eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres (ZJI) vorsahen. Diese drei “Säulen” werden von denselben Organen geführt und gemeinsam als EU bezeichnet, bei der es sich bisher jedoch nicht um eine völkerrechtlich anzuerkennende internationale Organisation handelt. Als “Staatenverbund” (Neologismus vom Bundesverfassungsgericht), der den Nationalstaat nicht ersetzen kann aber den einzelnen Bürgern dennoch unmittelbar Rechte und Pflichten verleiht, ist die Europäische Union auch nach der Annahme ihrer Verfassung 2004 mit keinem anderen politischen oder rechtlichen Integrationsprojekt vergleichbar.
Website der Europäischen Union
Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation
Diese 1945 gegründete UNO-Sonderorganisation (FAO für Food and Agriculture Organization) trägt mittels Sammlung und Aufbereitung von Informationen indirekt zu einem höheren Lebensstandard und zur Überwindung von Hunger und Unterernährung bei. Zu ihren Mitgliedern gehört neben 184 Staaten auch die EU.
Website der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (englisch)
Faktor 10
Die begrenzten Ressourcen der Erde sowie die Destabilisierung der Ökosphäre gebieten die Absenkung des absoluten Ressourcenverbrauchs (Dematerialisierung) in den westlichen Ländern um mindestens den Faktor 10 (vgl. Schmidt Bleek in Simonis 2003, 80). Gleichzeitig strebt der Global Marshall Plan zusätzlich eine Verzehnfachung des Bruttoweltprodukts an, so daß auch vom doppelten Faktor 10 gesprochen wird.
Faktor 4
“Faktor vier. Doppelter Wohlstand, halbierter Naturverbrauch” ist der Titel eines 1995 von Ernst Ulrich von Weizsäcker und Amory und Hunter Lovins veröffentlichten Buches, das eine Symbiose zwischen Marktwirtschaft und Umweltverträglichkeit vorschlägt. Konkret wurden darin verhältnismäßig einfache Maßnahmen aufgezeigt, die im Alltag eine erhebliche Einsparung von Energie und anderen Umweltressourcen erlauben würden.
Frieden
Negativer Friede oder auch “Nichtkrieg” ist der Zustand eines Staatensystems, in dem Konflikte nicht mit militärischer Gewalt ausgetragen werden. Der umfassendere positive Friedensbegriff unterscheidet zwischen aktueller Gewalt und struktureller Gewalt, die in der Aufrechterhaltung von ungerechter Herrschaft besteht und die nur indirekt, d.h. über den Rückschluß von mangelnden Selbstbestimmungs- und Selbstverwirklichungsmöglichkeiten erfaßbar ist. Es handelt sich um verfestigte gesellschaftliche Muster, die durch Verinnerlichung, Gewöhnung oder schlichte Hinnahme zu ihrer Aufrechterhaltung in der Regel keiner aktuellen Gewalt mehr bedürfen. Bedingung für positiven Frieden, der als Abwesenheit nicht nur aktueller, sondern auch struktureller Gewalt definiert wird, ist das Vorhandensein sozialer Gerechtigkeit sowohl innerhalb als auch zwischen Staaten. (Vgl. ausführlicher Seidelmann 1991, S. 31 ff..)