02.06.2014 - 15:03

Lebensmittelretter: In den Mund statt in die Tonne!

Die Plattform Foodsharing.de setzt Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und motiviert Käufer und Verkäufer zum Teilen.


In unserer Welt herrscht eine riesige Ungleichheit, das fällt einmal mehr beim Thema Nahrung auf. Während uns aus Afrika Bilder von hungernden Kindern erreichen, landen in unseren westlichen Ländern jährlich Massen an Lebensmitteln im Müll. Elf Millionen Tonnen um genau zu sein. Vieles davon wäre noch durchaus genießbar, findet aber trotzdem nicht den Weg in den Mund.

Um dieser Verschwendung entgegenzuwirken, wurde die Plattform „Foodsharing gegründet. Sie setzt zunächst da an, wo wir alle am einfachsten etwas ändern können: In unserem eigenen Kühlschrank. Hungrig einkaufen gegangen und viel zu viel gekauft? Der Urlaub steht vor der Tür, und man hat es nicht geschafft, alles aufzubrauchen? Hier bietet die Plattform eine ganz einfache Lösung: Die Lebensmittel werden online eingetragen, wo sie ein anderer hungriger Mensch finden und abholen kann.

Eine Alternative zum persönlichen Treffen bieten die sogenannten „FairTeiler“, Regale oder Kühlschränke an öffentlichen Orten, in die jeder etwas hineintun oder auch herausnehmen kann. Wichtig ist der Community, dass kein Geld fließt und auch Gegenleistungen nicht notwendig sind. Jeder kann nehmen und jeder kann geben, unabhängig voneinander und um des Teilens willen.

Wer schon einmal in den Container eines Supermarktes geschaut hat, wird zu Recht einwenden, dass dort viel mehr Lebensmittel weggeworfen werden, als in Privathaushalten. Auch diesem Thema widmet sich Foodsharing, mit der Tochterseite „Lebensmittelretten“. Über 700 Betriebe setzen hier schon ein Zeichen gegen Verschwendung und übergeben ihre Lebensmittel nicht der Tonne, sondern ehrenamtlichen „Foodsavern“. Diese sind auf der Plattform registriert, von einem anderen Freiwilligen eingearbeitet und besitzen ihren eigenen Ausweis, der sie als Mitglied der Community zum Entgegennehmen von Lebensmitteln bevollmächtigt. Rund viereinhalb Tausend Foodsaver sind schon dabei und die Zahl wächst stetig.

165.000kg Lebensmittel wurden auf diese Weise schon „gerettet“. Die Lebensmittelretter wollen aber keine Konkurrenz zu den Tafeln darstellen, die Essen an Bedürftige herausgeben. Es geht vielmehr darum, sich gegenseitig zu ergänzen, um Lücken zu schließen. „Ziel sei in beiden Fällen, Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen. Foodsharer dürften Lebensmittel annehmen, die die Tafeln wegen rechtlicher Bestimmungen gar nicht weitergeben dürfen“, äußerte sich eine Sprecherin der Tafeln gegenüber dem Spiegel.

Das Mitmachen beim Foodsharing ist ganz einfach: Entweder erstmal zum Lebensmittel teilen registrieren unter www.foodsharing.de oder direkt Lebensmittelretter werden, mit einer zusätzlichen Anmeldung auf www.lebensmittelretten.de. Hier ist weder Know How noch ein großes Auto gefragt (auch wenn letzteres natürlich hilfreich ist) sondern nur Zuverlässigkeit und der Wunsch, etwas gegen Verschwendung zu unternehmen.
 


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