06.01.2015 - 10:58

Hochschultag in Wuppertal: Soziales Unternehmertum & Nachhaltigkeit in der Region

Erstmals fand in Wuppertal ein Ökosozialer Hochschultag statt. Die Gäste erwarteten spannende Vorträge und Workshops, im Fokus standen soziales Unternehmertum und Nachhaltigkeit im regionalen Kontext.

Am Mittwoch, den 26.11.2014, fand der Ökosoziale Hochschultag erstmals in Wuppertal im Gästehaus am Campus Freudenberg statt. Initiatoren für die Ausrichtung des Hochschultages der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) waren Michael Wirtz und Kathrin Bischoff vom Lehrstuhl für Unternehmensgründung und Wirtschaftsentwicklung & UNESCO-Lehrstuhl für Entrepreneurship und Interkulturelles Management unter der Leitung von Prof. Dr. Volkmann. Rund 60 Gäste nahmen an dem Programm teil, welches spannende Vorträge und eine Auswahl aus zwei interessanten Workshops bot.

Grußworte und Eröffnung

Die Teilnehmer des Ökosozialen Hochschultages wurden zunächst von Michael Wirtz und Kathrin Bischoff zu der Veranstaltung begrüßt. Sie animierten die Gäste, eine „Ideenbox“ in der Empfangshalle mit Impulsen rund um das Thema Nachhaltigkeit zu füllen. Ziel war es, Ideen zu einer „Nachhaltigen Universität“ oder „Nachhaltigen Stadt Wuppertal“ zu sammeln. Ein Grußwort folgte durch Prof. Dr. Lambert Koch, dem Rektor der BUW, der unter anderem das Nachhaltigkeitsphänomen unter philosophischen Gesichtspunkten beleuchtete und dessen Bedeutung im universitären Kontext aufgegriffen hat.

Vortrag von Prof. Dr. Uwe Schneidewind: Nachhaltigkeit im regionalen Kontext

Prof. Dr. Schneidewind begann seinen Vortrag mit einem Einblick in die aktuelle Klimadebatte und der Problematik der Planetary Boundaries. Danach beleuchtete er die besondere Rolle von Städten in der Transformationsdebatte, woraufhin ein Einblick in die Thematik des „Produktivsystems Wissenschaft“ mit der großen Bedeutung von Real-Laboren folgte. Er beendete seinen Vortrag durch die Vorstellung von Projekten, die in der Realität aktuell umgesetzt werden, wie beispielsweise die Gründungen des TransZents, Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit, an der Bergischen Universität Wuppertal im Jahre 2013.

Das ganze Video zum Vortrag finden Sie hier.

Vortrag von Prof. Dr. Dr. Radermacher: Nachhaltigkeit im globalen Kontext

Prof. Dr. Dr. Radermacher wies in seinem Vortrag auf die globalen Herausforderungen hin, die durch das Bevölkerungswachstum in den nächsten Jahren auf die Gesellschaft zukommen. Diese Herausforderungen implizieren einen Wechsel des Energiesystems und eine Transformation zu einer globalen nachhaltigen Gesellschaft. Er forderte zu einem ganzheitlichen Denken auf und warnte vor Problemverschiebungen. Um das Überleben aller Menschen in der Zukunft gewährleisten zu können, bedarf es eines globalen Sozialsystems, welches nur gemeinschaftlich erreicht werden kann.

Das ganze Video zum Vortrag finden Sie hier.

Vortrag von Prof. Dr. Volkmann: Social Entrepreneurship und Social Business

Prof. Dr. Christine Volkmann erläuterte dem Publikum zu Beginn ihres Vortrags die Definitionen der Begriffe „Social Entrepreneurship“ und „Social Business“. Außerdem stellte Sie das Konzept der Social Business Cities vor und erklärte, welcher Schritte es bedarf, um Sozialunternehmer zu werden. Anhand von Sozialunternehmen in Deutschland wie Discovering Hands und Dialog im Dunkeln machte Frau Prof. Dr. Volkmann klar, wie Sozialunternehmen arbeiten und wirken.

Das ganze Video zum Vortrag finden Sie hier.

 

Prof. Dr. Christine Volkmann, Foto: Michael Wirtz

 

Enactus Wuppertal

Die internationale Studentenorganisation Enactus setzt sich dafür ein, soziale und ökologische Probleme unternehmerisch zu lösen. Der Begriff „Enactus“ besteht aus den Wörtern Entrepreneurship, Action und Us. Teamleiter Nicolai Stiefeling stellte die Arbeit von Enactus Wuppertal vor und Patrick Kletzka gab Einblicke in ein aktuelles Bildungsprojekt in Afrika.

Das ganze Video zum Vortrag finden Sie hier.

Nicolai Stiefeling, Foto: Michael Wirtz

 

Workshops

Die Teilnehmer des Ökosozialen Hochschultages erhielten am Nachmittag die Möglichkeit, aus zwei Workshops zu wählen. Der erste Workshop wurde von Martin Herrndorf, Gründer des Colabors in Köln, geleitet, welcher sich mit dem Thema „Sozialunternehmerische Impulse für eine nachhaltige Stadt-Entwicklung“ beschäftigte. Martin Herrndorf stellte zuerst einige Projekte des Colabors vor, wie z.B. den autofreien Sonntag in Köln. Danach machten die Teilnehmer ein Brainstorming zu dem Thema „Was bedeutet Stadt für mich?“, welches anschließend mit Schlagwörtern ergänzt wurde, die soziales Unternehmertum in der Stadt beeinflussen. Die Teilnehmer stellten fest, dass das Stadtverhalten durch permanente städtische Interessenskonflikte verändert und beeinflusst wird und erstellten daraufhin eine Matrix mit diversen Ansätzen von sozialem Unternehmertum in der Stadt.

Der zweite Workshop unter der Leitung von Tim Breker vom em-Schülernetzwerk und der Gründungsexpertin Katrin Ritzerfeld behandelte die Thematik der „Gründung eines sozialen Unternehmens“. Nachdem Tim Breker und Katrin Ritzerfeld eingehend ihre Tätigkeitsfelder im Bereich des Social Businesses und anhand eines praxisbezogenen Beispiels das „Social Business Model Canvas“ vorgestellt hatten, erhielt das Publikum Gelegenheit, Fragen rund um das Thema zu stellen.

Ideenbox

In der Ideenbox hinterließen einige Gäste des Hochschultages Ideen und Impulse zum Thema Nachhaltigkeit. Nachfolgend einige Auszüge:

  • Es wurde der Wunsch geäußert, dass die Mensa der BUW die Möglichkeit schaffe, sich jeden Tag sozial und ökologisch nachhaltig und vegan zu ernähren. Bisher gibt es einmal wöchentlich ein veganes Mensaangebot.
  • Eine größere Nutzung des Entrepreneurial Ecosystems im Bergischen Land sollte angestrebt werden, beispielsweise durch die Zusammenarbeit von Studenten und regionalen Unternehmen durch Praktika oder Casa Studies im Rahmen von Seminarangeboten.
  • Mehrere Teilnehmer haben zudem suggeriert, das Thema Nachhaltigkeit innerhalb der Universität in den Lehrangeboten anderer Studiengänge außerhalb  des „Sustainability Management“ Masters vermehrt aufzugreifen und zu verankern.
  • Es wurde vorgeschlagen, weitere Veranstaltungen und Wettbewerbe zum Thema Nachhaltigkeit in Wuppertal zu organisieren.

Besonderer Dank von Seiten des Organisationsteams gilt den Sponsoren und Partnern des ökosozialen Hochschultags: Dazu gehören die Stadtsparkasse Wuppertal, die Wuppertaler Stadtwerke, der Asta, Enactus Wuppertal sowie der Global Marshall Plan. Die Podcasts zu den Vorträgen werden auf den Seiten des Zentrums für Informations- und Medienverarbeitung (ZIM) der Bergischen Universität Wuppertal zur Verfügung gestellt.

Kurzprogramm

09:30–09:45 Uhr

Einführung und Begrüßung

(Michael Wirtz und Kathrin Bischoff, Organisations-Team der BUW)

09:45–10:00 Uhr

Eröffnung

(Prof. Dr. Lambert T. Koch, Rektor der BUW)

 

10:00–11:00      Uhr

Nachhaltigkeit im regionalen Kontext

(Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie)

 

11:00–12:30      Uhr

Nachhaltigkeit im globalen Kontext

(Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher, Mitglied des Club of Rome und Präsident des Global Economic Network)

12:30–14:00      Uhr

Mittagspause

14:00–15:00 Uhr

Social Entrepreneurship und Social Business

(Prof. Dr. Christine Volkmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Unternehmensgründung und Wirtschaftsentwicklung & UNESCO-Lehrstuhl für Entrepreneurship und Interkulturelles Management)

15:00–15:30 Uhr           

Enactus Wuppertal

(Nicolai Stiefeling und Patrick Kletzka, Enactus Wuppertal)

15:30–16:00 Uhr

Kaffeeausschank

16:00–17:00 Uhr

Workshop I: Sozialunternehmerische Impulse für eine nachhaltige Stadtentwicklung

(Martin Herrndorf, Colabor)

Workshop II: Gründung eines sozialen Unternehmens

(Tim Breker, em- Schülernetzwerk; Katrin Ritzerfeld, Gründungsberaterin)

 

Bericht von: Michael Wirtz, Kathrin Bischoff, Lisa Göller und Joanna Behrend


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