08.11.2013 - 16:21

Helden gesucht!

Impressionen des ersten Hochschultages an der Universität Paderborn
 
“Grünzeug, Helden & Moneten: Erfolgreich wirtschaften mit Nachhaltigkeit” –Unter diesem Motto haben sich am 21. Juni Studierende, Lehrende, Unternehmensvertreter und Interessierte an der Universität Paderborn versammelt. Der Hochschultag inspirierte seine Teilnehmer mit spannenden Key Notes und Workshops und war ein gelungener Start in eine jährliche Tradition von Paderborner Hochschultagen zum Thema Nachhaltigkeit. 
 

Theorie-Blitzlichter: „Tschüß Vorurteile!“

Nach einer herzlichen Begrüßung begann der Tag entspannt mit einer Kaf-feerunde, um danach frisch gestärkt in die spannenden Impuls-Vorträge der Paderborner Professoren aus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften zu gehen. Die kurzen, theoretischen Inputs zeigten die ganze Bandbreite der aktuellen Forschung im Bereich nachhaltiger Wirtschaft an der Universität Paderborn und räumten mit so manchem Vorurteil gegenüber dem Verhältnis von Nachhaltigkeit und Wirtschaft.

Den Grundstein dafür legte Professor Thomas Gries mit einer Definition des Nach-haltigkeitsbegriffs aus der Sicht eines Ökonomen, gefolgt von einer Darstellung der „Triple Top Line“ durch Professor B. Michael Gilroy. Unter dem plakativen Titel „Komm mir jetzt bloß nicht mit Moral“ gestaltete Jun-Prof. Karl-Heinz Gerholz seine interaktive Key Note über ethische Kompetenzen unter Wirtschaftswissenschaftlern und Herr Professor René Fahr schloss den Kreis, indem er nachhaltiges Management aus Sicht der Behavioral Ethics darstellte.

Praxis-Push: „Wie wird man ein Nebenbei-Weltverbesserer?“

Der Mittag stand im Zeichen der Praxis, als Experten in vier parallelen Workshops zeigten, wie nachhaltiger Erfolg funktionieren kann. Benjamin Burger hat die Teilnehmenden an der Erfolgsgeschichte von „Lemonaid“ teilhaben lassen und verdeutlicht, was man mit „flüssiger Entwicklungshilfe“ erreichen kann. Auch Uwe Lübbermann von Premium-Cola wirtschaftet nachhaltig mit Getränken und widmete seinen Workshop dem Thema Erfolgreich wirtschaften als „Überzeugungstäter“ und „Nebenbei-Weltverbesserer“. Dr. Helge Wulsdorf vom Forum nachhaltige Geldanlagen hat sich der Frage „Geldanlagen mit gutem Gewissen?“ genähert und Andreas Huber von der Global Marshall Plan Initiative thematisierte, wie man „mit einer globalen Vision lokale Handlungsmöglichkeiten schaffen“ kann. In ihren unterschiedlichen Workshops haben es die Referenten geschafft, die Teilnehmenden mit dem Gedanken zu bewegen, dass es tatsächlich möglich ist, Wirtschaft(en) anders zu gestalten als gewohnt und trotzdem (oder gerade deshalb) erfolgreich zu sein.

Knowledge-Sharing: „Der magische Code, um die Welt zu verändern“

Die vielen Impressionen aus den einzelnen Workshops wurden schließlich in einer Abschlussrunde mit allen Teilnehmenden und Experten zusammengetragen. Besonders Uwe Lübbermanns unkonventionelle Art, sein Unternehmen als Internet-Kollektiv ohne Vertragsbindung erfolgreich zu führen, sorgte für Gesprächsstoff. Haarsträubende Geschäftspraktiken wie ein Mengenaufschlag (statt eines Rabattes) ernteten erst Kopfschütteln und dann Applaus.

Weniger unverfroren, aber umso stylischer kam die nachhaltige Getränkemarke Lemonaid daher und begeisterte die Teilnehmer mit ihrer Vision von Entwicklungshilfe, die schmeckt. Auch aus dem Workshop von Herrn Dr. Helge Wulsdorf ergaben sich lebhafte Diskussionen über Nachhaltigkeitsberichte, Greenwashing im Finanzsektor und die (Un-)Möglichkeit, sauber zu investieren. Die Teilnehmer des Global Marshall Plan Workshops bewegten das Plenum mit einem Experiment und verdeutlichten, wie Veränderung ganz leicht an Gewohnheit und Bequemlichkeit scheitern kann. So war der Tenor am Ende, dass es keinen Code gibt, mit dem sich die Welt im Handumdrehen verändern lässt, sondern dass wir selbst es sind, die mit Offenheit, Kreativität und gemeinsamer Stärke Veränderung gestalten können.

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