08.11.2013 - 13:19

Große Modemarken als „Greenwasher“ und „Schönfärber“

 

Viele Kleidungshersteller verwenden schädliche Chemikalien, die z.B. in China, Pakistan oder Mexiko in die Umwelt gelangen und u.a. eine Vergiftung der Gewässer und des Trinkwassers zu Folge haben. Außerdem wird das Flusswasser auch zum Bewässern der Felder genutzt und gelangt somit direkt in die Nahrung der lokalen Bevölkerung. 17 der größten Firmen haben sich im Rahmen der Greenpeace-Kampagne "Detox" zu einer schadstofffreien Produktion ab 2020 verpflichtet.

Jedoch wirft Grenpeace u.a. Adidas und Nike vor, dass seit dieser Vereinbarung von 2011 nichts passiert sei, obwohl sie eine der ersten waren, die diesen Forderungen nachgegangen sind.

Umweltschützer bezeichnen Adidas, Nike und eine chinesische Firma deshalb als "Greenwasher" - also als Unternehmen, die sich nur oberflächlich einen grünen Anstrich geben, statt wirklich umweltbewusst zu handeln. So wirft Greenpeace Adidas vor, noch keines seiner Entgiftungsversprechen eingelöst zu haben. Auch seit Ende der Kampagne wurden gesundheitsschädliche Substanzen gefunden, z.B. in einem Mädchenbadeanzug der Firma. Des Weiteren habe sich Adidas zu der Grundannahme der Kampagne, es gebe keine ökologisch vertretbaren Mengen gefährlicher Chemikalien, noch nicht eindeutig geäußert. Adidas verstecke sich laut Greenpeace hinter "den leeren Papierversprechen" der Industrieinitiative Zero Discharge of Hazardous Chemicals Group (ZDHC). Dasselbe gelte für Nike, das "keinen glaubwürdigen Plan zum Verzicht auf wichtige gefährliche Chemikalien" anbiete. Auch viele andere Marken wie GAP, Calvin Klein oder Tommy Hilfiger hätten starken Nachholbedarf, da diese eine Verpflichtung zur Entgiftung der Herstellungsprozesse bisher nicht zustimmten.

Von Nike war zumindest anfangs keine Stellungnahme zu hören. Adidas dagegen reagiert mit Unverständnis auf die Kritik von Greenpeace und äußerte, dass sie sich angeblich strikt an den Zusagen halten. Gemäß Adidas werden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten intern als sehr wichtig eingestuft und z.B. vom Institute of Public and Environmental Affairs (IPE), einer Partnerorganisation von Greenpeace, als gut bewertet.

Greenpeace erklärt, dass große Modemarken wie Benetton, H&M, Zara oder Puma damit begonnen hätten, Daten über Schadstoffeinleitungen ihrer Zulieferer in China auf der Plattform des Institute of Public & Environmental Affairs (IPE) zu  veröffentlichen. Außerdem würden sie besonders gefährliche Schadstoffe wie per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) nach und nach aus ihren Produkten und Herstellungsprozessen verbannen.

Wie kann man nachhaltig, d.h. ökologisch, sozial und wirtschaftlich fair produzierte Kleidung kaufen, abseits von leeren Worthülsen und Versprechungen?

Es gibt eine Vielzahl von Siegeln, eine Aufklärung bietet das gut achtminütige Video:

www.zdf.de

Mehr zum Thema finden Sie unter:

www.spiegel.de

www.greenpeace.de