11.02.2014 - 11:31

Grünes Geld: Finanzanlagen mit einer doppelten Rendite

Weltweit wächst die Nachfrage für nachhaltige Geldanlagen, wobei in Deutschland die Nachfrage nach neusten Umfragen eher fällt. Dies ist nicht außerordentlich verwunderlich in Hinsicht des aktuellen Prokon-Skandals. Dennoch sollte man grüne Geldanlagen nicht grundsätzlich ausschließen. Wer die Investierung in grüne Geldanlagen richtig angeht wird mit einer doppelten Rendite belohnt: Vermögenswachstum und Umweltverbesserung.

Laut der FAZ, ist weltweit die Nachfrage für nachhaltige Geldanlagen höher als je zuvor. Nach eigenen Angaben der Finanzinstitute gibt es derzeit grüne Geldanlagen mit einem Gesamtkapital von über 1300 Milliarden Dollar. Hinter dieser Zahl verbergen sich etliche Unklarheiten: aktuell gibt es im Finanzsektor weder eine einheitliche Definition für den Begriff „Nachhaltigkeit“ noch ein einheitliches Öko-Siegel, laut WiWo Green. Hier fangen schon die ersten Probleme für Privatanleger an: es gibt zwar eine Vielzahl an Ökofonds, die, zum Beispiel, in Wind- und Solarparks investieren, dabei aber nicht klassische Energiekonzerne ausschließen. Wenn Privatanleger keinesfalls in solche Unternehmen investieren wollen, dann müssen sie vorab überprüfen ob die Kriterien der jeweiligen Fondgesellschaften für grüne Geldanlagen mit ihren eigenen übereinstimmen.   

Wenn Anleger sich für einen strengen Investitionsansatz entscheiden und Branchen im Vorwege ausschließen, dann steigern sie ihr Verlustrisiko, weil sie damit gegen das Prinzip der Risikostreuung verstoßen. Der FAZ zur Folge gibt es mehrere Optionen um dieses Risiko zu vermindern. Eine solche Möglichkeit ist der sogenannte „Best-In-Class“-Ansatz: Anleger können in alle Branchen investieren, aber investieren innerhalb einer Branche ausschließlich in das Unternehmen welches von allen Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit am besten abschneidet. In diesem Fall ist zu beachten, dass Klassenbester nicht gleich Vorzeigeschüler bedeutet. In Ausnahmefällen schaffen es auch klassische Energiekonzerne oder Autofirmen ins Depot. Ein weiterer Ansatz wäre eine Mischvariante: der „Best-In-Class“ Ansatz minus einige No-Go Branchen wie die Waffen- und Rüstungsindustrie. 

Zahlreiche Studien haben inzwischen belegt, dass Ökofonds weder besser noch schlechter als nicht-Öko-fonds abschneiden. Da sich Ökofonds  in ihrer Wertentwickelung deutlich unterscheiden, sollten Anleger die Ergebnisse der verschiedenen Ökofonds unbedingt vorab vergleichen. „Nur ein Fond, der wenigstens in den vergangenen drei Jahren gute Ergebnisse erzielt hat gehört ins Depot“, laut der FAZ.

Viele Fondmanager sind überfordert wenn Sie sich zusätzlich um die Nachhaltigkeitsanalysen der Unternehmen kümmern müssen, daher empfiehlt die FAZ Anlegern entweder unabhängige Analyseabteilungen zu beauftragen und/oder sich Ratingagenturen wie Oekom Research zur Hilfe zu holen.

Die Investierung in nachhaltige Geldanlagen ist alles andere als leicht. Trotzdem sollte man grüne Geldanlagen nicht grundsätzlich ausschließen. Laut ECOReporter.de, sind solche Geldanlagen nicht nur lebensnotwendig für ökologische Unternehmen und Projekte, sondern auch ein Motor der Energiewende. In der Vergangenheit haben Privatinvestoren durch den Kauf von grünen Fondanteilen viele Milliarden Euro in die erneuerbare Energiebranche investiert und somit eine Branche finanzielle gefördert, die inzwischen über 500.000 Arbeitsplätze bietet und fast ein Viertel der deutschen Stromversorgung trägt. Ohne nachhaltige Geldanlagen hätte die Energiewende wahrscheinlich niemals so große Fortschritte gemacht.  

Sarah Carroux

Bilderquelle: Terra Nova auf Flickr

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/nachrichten/gewusst-wie-so-finden-sie-die-besten-oekofonds-12737817.html

http://www.ecoreporter.de/artikel/wann-ist-geldanlage-nachhaltig-26-04-2013.html

http://green.wiwo.de/gruenes-geld-verbraucher-finden-ethik-wichtiger-als-umweltschutz/

http://www.fnp.de/ratgeber/geldundrecht/Nachhaltige-Geldanlagen-unbeliebt;art325,735524

http://www.taz.de/!131233/

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