06.01.2015 - 10:38

Global Marshall Plan Academy Absolvent diskutiert mit SchülerInnen in Ettlingen

Die Global Marshall Plan Initiative wurde am 08.12.14 nach Ettlingen bei Karlsruhe eingeladen. Im Rahmen einer zweistündigen VWL-Unterrichtsstunde an der Bertha von Suttner Schule hielt Stefan Jetter einen Vortrag zum Thema "Globale Ungerechtigkeit, Ressourcenverbrauch und Circular Economy“. Stefan ist Teilnehmer der Global Marshall Plan Academy 2014 und wurde dort zum Multiplikator ausgebildet.

 

Wie ist die Weltbevölkerung auf der Welt verteilt?, Welcher Teil der Erde hat die größte Wirtschaftsleistung?, Welcher Kontinent stößt wie viel CO2 aus?, diese Fragen standen am Anfang der Veranstaltung. Die Schülerinnen und Schüler durften sie im Rahmen eines „Weltspiels“ selbstständig beantworten und sich der Fragestellung entsprechend proportional den Kontinenten zuordnen. Schnell wurde deutlich, dass es ein globales Nord-Süd-Gefälle gibt, was die Frage aufwarf, ob das gerecht sei.

Im Anschluss folgte eine einstündigen Präsentation. Neben dem Status Quo, dem Istzustand unseres Planeten Erde, wurde hier auch ein Blick in die Zukunft geworfen. Nach dem Konzept des Ökologischen Fußabdruck verbraucht die Menschheit derzeit 1,6 Ressourcen-Planeten, gemessen an der regenerativen Kraft der Erde. Wir leben also von der Substanz und nicht mehr von den „Zinsen“. Im Jahr 2050 werden es 3 Planeten sein, wenn der derzeitige ressourcenintensive Lebensstil weiterhin zunimmt.

Wie können wir es also erreichen, dass im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen menschenwürdig zusammenleben können und die globale Ungerechtigkeit abzuschaffen?

Stefan präsentierte den Schülerinnen und Schülern dazu das Konzept der "Circular Economy“ (Link auf englisch), zu dem er im Moment seine Masterarbeit an der Universität Hohenheim schreibt. „In der Natur gibt es keinen Abfall. Alles ist Nahrung und nützt in Nährstoffkreisläufen anderen Lebewesen. Unsere Wirtschaft sollte, genau wie die Natur, in geschlossenen Nährstoffkreisläufen funktionieren.“, beschrieb Stefan das Grundprinzip. "Dieser Ansatz erfordert einen Paradigmenwechsel im Denken. Weg von einem Schuldmanagement und der Überlegung, wie wir als Menschheit weniger schädlich sein können, hin zu einer positiv definierten Vision und der Überlegung, wie wir als Menschheit nützlicher sein können.“ 

Während der ganzen Veranstaltung beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler interessiert an den in der Präsentation vorgestellten Überlegungen. Viele Fragen wurden gestellt und in der Gruppe diskutiert. Am Ende stand vor allem eines als Fazit: Für komplexe Probleme gibt es keine einfachen Lösungen, aber jede und jeder kann sich selbst an einer positiven Veränderung beteiligen. Dementsprechend lautete auch die positive Schlussfolgerung der 90-minütigen Veranstaltung: „Macht euch eure eigenen Gedanken über euch selbst und über die Gesellschaft. Seid nicht nur Teil der trägen Masse, sondern schwimmt auch mal gegen den Strom, wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr es solltet!“


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