10.07.2013 - 10:30

Gelungener Hochschultag an der Universität Furtwangen

Ein Bericht der Global Marshall Plan Hochschulgruppe Villingen-Schwenningen

Am 11. Mai 2011 fand am Campus Villingen-Schwenningen der Hochschule Furtwangen der erste öffentliche Hochschultag für Nachhaltigkeit in Technik und Wirtschaft statt. Dieser Hochschultag fand im Rahmen des landesweiten Projekts "Hochschultage Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit" statt, das von der Global Marshall plan Foundation und fünf weiteren Partnerorganisationen koordiniert wird.

Die Global-Marshall-Plan-Hochschulgruppe hatte mit verschiedenen Vorträgen von namhaften Experten und Unternehmen wie dem Bosch-Konzern oder der Brauerei Härle aus Leutkirch die gesellschaftlichen Themen Klimawandel, Ressourcenknappheit und Atomausstieg erörtert.

Prof. Dipl.-Ing. Heribert Schmitz, Honorarprofessor der Hochschule, eröffnete den Aktionstag mit einem Plädoyer für eine Welt im Gleichgewicht. Denn was sich derzeit abspielt auf dem blauen Planeten gefällt dem ehemaligen Top-Manager gar nicht. Vieles laufe schief, weil die Menschen die Welt und sich gegenseitig ausbeuten. „Wir können weiter globale Geschäfte machen – aber wir brauchen globale Spielregeln“, sagt er.

Andreas Huber, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, erläuterte in seinem sehr aufschlussreichen und informativen Vortrag das Projekt Desertec und legte dessen Möglichkeiten und Risiken, sowohl für Deutschland als auch für Afrika, dar. Außerdem betonte er auch die Wichtigkeit eines jeden Einzelnen in der Umgestaltung des Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien.

In weiteren Ansprachen haben Prof. Dr. Heinz Meinholz von der Hochschule Furtwangen über Umweltschutz und vor welcher Herausforderung Unternehmen dabei stehen, referiert und Frau Dr. Sonja Eser, als Gesellschafterin der EPEA Akademie München neue Wege im Umgang mit Ressourcen aufgezeigt. Frau Janke von Oikocredit hatte zum Schluss mit ihrem Referat den Zusammenhang zwischen Kaffee, Klimawandel und Kreditvergabe dargestellt und für eine ethisch sinnvolle und sozial verantwortliche Geldanlage geworben.

Im Rahmen einer Ausstellung auf dem Campus gab es Nachhaltigkeit auch noch zum Anfassen: mithilfe eines Fahrrades konnte Strom selbst erzeugt werden, regionale Unternehmen boten Köstlichkeiten aus der Region und aus fairem Handel an und präsentierten den Besuchern ihre Firmenstrategien. Frau Pfundstein vom Naturkostgeschäft Naturata aus Schwenningen gab an Ihrem Ausstellungsstand beispielsweise Auskunft, wie der in der Mensa angebotene Spargel eigentlich gewachsen ist.

Als absolutes Highlight erwies sich dabei die Probefahrt mit einem Twike vom Twike-Center Duffner in Furtwangen. „Was für ein Erlebnis“, staunten die Studenten nach dem Herr Duffner auf einer Stadtrundfahrt durch Schwenningen die Einzelheiten dieses innovativen Elektromobils erklärte.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Hochschultag, der in der Zukunft zu einem festen Bestandteil des Hochschulkalenders werden sollte.

Die „Hochschultage Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit“ sind Teil der Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung und sollen die stärkere Einbindung des Nachhaltigkeitsgedankens an Hochschulen bewirken. Außerdem wird so die Debatte um nachhaltige Zukunft verbreitet und der Ausbau von Netzwerken initiiert. Neben der Vermittlung praktischen Wissen zu ökologischen und sozialen Reformkonzepten, soll eine Plattform für Diskussionen geschaffen und neue Konzeptentwicklungen ermöglicht werden. Studierende können durch die Planung und Umsetzung solcher Tage selbst aktiv werden und so wichtige Erfahrungen für ihre Zukunft sammeln.

Die Hochschultage sind ein gemeinsames Projekt von insgesamt sechs Partnerorganisationen. Global Marshall Plan Gruppen, die einen solchen Hochschultag organisieren wollen oder interessiert sind, können sich gerne unter hochschultage@globalmarshallplan.org melden. Der nächste Hochschultag, der von einer Global Marshall Plan Lokalgruppe organisiert wird, wird am 15. Juni am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stattfinden.

 

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