14.07.2014 - 13:47

Erster Wiener Hochschultag – Rückblick

Der 3. April 2014 war ein besonderer Donnerstag für die Universität für Bodenkultur Wien. Ein großes Banner flattert beim Eingang des Gregor Mendel Hauses, überall tummeln sich Studentierende unterschiedlichster Fachrichtungen und Universitäten und mittendrin ein Filmteam. Da fragt man sich: Was passiert hier eigentlich?!

 

Unter der Organisation des Ökosozialen Studierendenforums (ÖSSFO) fand der 1. Wiener Hochschultag statt. Die „Hochschultage – Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit“ sind eine Initiative, deren Ziel es ist, Studierenden die Gelegenheit zu geben, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie unsere Gesellschaft okologisch und sozial nachhaltig gestaltet werden kann.


Rund 100 interessierte Personen nutzten die Gelegenheit, um an dem ganztägigen und abwechslungsreichen Programm teilzunehmen. Für die Studierenden hieß es früh aufstehen, denn bereits um 9:00 Uhr hieß Franz Fehr vom Rektorat der Universität die BesucherInnen im Festsaal des Gregor Mendel Hauses herzlich willkommen. Nach einer kurzen Vorstellung des Ökosozialen Studierendenforums (ÖSSFO) wurde das Wort an Josef Riegler, Ehrenpräsident des Ökosozialen Forums und Vizekanzler a.D., übergeben. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Ökosozialen Marktwirtschaft in Österreich erläuterte er die damalige Ausgangssituation und begründete sein Engagement, gezielte Änderungen zu bewirken. Trotz der beeindruckenden Erfolge der letzten Jahrzehnte gäbe es jedoch noch einiges zu tun – sowohl auf regionaler, als auch auf globaler Ebene (Stichwort: Global Marshall Plan). Nach einer Stunde gebannten Zuhorens entwickelte sich Diskussionsbedarf und Riegler beantwortete viele offene Fragen aus dem Publikum.

Für den nächsten Programmpunkt hatte sich das ÖSSFO ein neues Veranstaltungsformat überlegt. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit findet Stadt“ schwärmten die TeilnehmerInnen in begleiteten Kleingruppen zu einem kritischen Spaziergang in der näheren Umgebung aus. An drei Stationen wurde anhand der Themenfelder Mobilität, Lebensmittelversorgung und Stadtokologie über die Strukturen der Großstadt Wien und deren Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft diskutiert. Das herrliche Frühlingswetter motivierte die Gruppen, zu einer produktiven Atmosphäre beizutragen. 


Hungrig von der frischen Luft wurden die TeilnehmerInnen anschließend in die Mittagspause entlassen – natürlich mit nachhaltigen Versorgungstipps vom ÖSSFO. In der Zwischenzeit wurden die letzten Vorbereitungen für die anstehenden Workshops mit den kooperierenden Organisationen und die anschließende Podiumsdiskussion getroffen. Die folgenden Workshops konnten besucht werden:

In dem Workshop „WWWforEurope – eine sozio-okologische Transformation für Europa“ stellte Teresa Weiss vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) das gleichnamige interdisziplinäre EU-Forschungsprojekt vor. Nachdem über die wichtigsten Ziele des Projekts gesprochen worden war, war es Aufgabe der StudentInnen, diese Ziele in Kleingruppen aus Sicht der Jugend zu bearbeiten und zu präsentieren. Ein detaillierterer auf diesen Workshop findet sich in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift LEBENSART.

Ausgehend von der globalen Ungleichverteilung von Ressourcen wurde auch das Thema „Nord-Süd-Dialog – Entwicklungszusammenarbeit, aber nachhaltig!“ diskutiert. Dazu stellten Katrin Oberrauner und Ursula Miller die Tätigkeiten von Licht für die Welt vor. Die Organisation hilft Menschen, aus der sogenannten Doppelfalle Armut und Behinderung zu entkommen. Anhand von konkreten Projekten gewannen die TeilnehmerInnen einen Einblick in reale Entwicklungszusammenarbeit. Die angewandten Maßnahmen wurden hinsichtlich von Nachhaltigkeitskriterien bewertet und über mogliche andere Ansätze gesprochen.

Sandra Iyke von Amnesty International beschäftigte sich in ihrem Workshop „Aktivismus – Anleitung zum Weltverbessern“ mit dem Begriff Aktivismus. Der Gruppe wurde in der Diskussion bewusst, wie breit der Begriff aufgrund der vielen unterschiedlichen Formen von Aktivismus verstanden werden kann. Ergänzend wurde auch über konkrete Anwendungsfälle bei Amnesty International gesprochen und drei Kampagnen wurden vorgestellt. Nach dem Input entwickelten die StudentInnen in Kleingruppen Kurzkonzepte zu diesen Kampagnen und präsentierten diese einander.


Nach der intensiven Arbeit in den Workshops ging es zum letzten Programmpunkt wieder zurück in den Festsaal, wo sich alles um die Frage „Wer stellt die Weichen für eine nachhaltige Zukunft?“ drehte Am Podium diskutierten Elfriede More vom Lebensministerium, Karl Aiginger vom WIFO, Sigrid Stagl von der Wirtschaftsuniversität Wien und Andreas Huber von der Deutschen Gesellschaft Club of Rome. Anhand der Leitfrage sprach man mit Moderatorin Michaela Hickersberger vom Ökosozialen Forum über Umweltpolitik auf internationaler Ebene und das bekannte Problem der Trade-offs zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum. Aktuelle Themen wie ein kurz zuvor von Aiginger verfasster offener Brief an die EU-Kommission und das baldige Auslaufen der Millennium Development Goals wurden behandelt. Die Diskussion bestach zum einen durch die inhaltlich spannenden und fachlich in die Tiefe gehenden Themen. Zum anderen gab es aufgrund der guten Stimmung auch den einen oder anderen Schmunzler. Nach der anschließende Fragerunde mit dem Publikum endete der 1. Wiener Hochschultag in ungezwungener Atmosphäre bei einem kleinen, biologischen Buffett.


Das ÖSSFO bedankt sich herzlich bei allen ReferentInnen, KooperationspartnerInnen, BesucherInnen und HelferInnen. Durch uns alle ist der 1. Wiener Hochschultag zu einer interessanten und erfolgreichen Veranstaltung geworden. Intern wird derzeit noch an einem Rückblick in Video-Form gearbeitet, der sobald als moglich auf unserer Homepage zu finden sein wird. Auf dieser Seite befinden sich weitere Informationen zu unseren Aktivitäten.

 

 


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