Das Steering Committee erläutert hier Notwendigkeit der Strukturdiskussion und die weitere Vorgehensweise...

Governance-Struktur
Erläuterung von Seiten des Steering Committee

In der Folge der Gründung der Global Marshall Plan Initiative wurde mit Frithjof Finkbeiner, Franz Josef Radermacher und Josef Riegler ein Steering Committee etabliert, das eine Letztverantwortung für die Positionierung der Initiative in der Anfangsphase übernehmen sollte. Angedacht war, dass bei einem Wachsen der Initiative irgendwann reguläre Strukturen etabliert werden sollten. Die Überführung der Initiative in solche reguläre Strukturen schließt die Arbeit des Steering Committees ab. In der Folge des Treffens in Salzburg am 27. Februar 2006, wesentlich befördert durch Inputs von Horst Lehrheuer (Mountain View, Kalifornien), ist mittlerweile in Absprache mit einer Reihe von Akteuren sowie in der Folge eines Arbeitstreffens zum Thema in Alpbach am 30. August 2006 ein erster Entwurf einer solchen Struktur entstanden. Diese wird auf dem Netz verfügbar gemacht, damit Interessenten Inputs zu dieser Struktur leisten können. Dies auch bereits beim Treffen verschiedener Lokalgruppen der Global Marshall Plan Initiative am 10./11. März 2007 in Köln.

Die jetzige Struktur ist von einigen Leitgedanken geprägt:

1. Es wird in einem Dokument die ethische Positionierung der Initiative beschrieben. Wer sich zukünftig zu dieser Initiative bekennt, bekennt sich damit zu dieser ethischen Positionierung.

2. Es wird eine Reihe von Meta-Governance-Prinzipien formuliert, die festlegen, wie die Partner in der Initiative miteinander umgehen und Inhalte und Entscheidungen weiter entwickeln. Wer sich an der Initiative beteiligt, unterschreibt diese Meta-Prinzipien.

3. Es gibt eine Darstellung der bisherigen Historie mit verschiedenen Texten, in denen sich die Initiative inhaltlich festgelegt hat. Diese Texte leben weiter und geben weiter Orientierung, so lange zuständige Gremien nichts anderes festlegen.

4. Entscheidungsstrukturen
Wie jede andere Initiative auch brauchen wir Möglichkeiten, Dinge für die Initiative zu entscheiden. Dies ist das Thema der organisatorischen Struktur. Der jetzige Vorschlag folgt dabei folgender Logik: Wir wollen als Initiative, die nicht unmittelbar wie ein Verein Rechtscharakter hat, operieren mit Bezug auf eine Basis, die die Initiative trägt. Die Basis sind in unserem Fall Organisationen, die geschäftsfähig sind und die sich zum Global Marshall Plan erklären. Was das als Minimum bedeutet, ist festgelegt. Die tragenden Organisationen zahlen einen Beitrag von € 2.000,- pro Jahr. Damit hat die Initiative eine minimale finanzielle Basis. Der Beitrag ist bewusst niedrig gewählt. Wenn einzelne Trägerorganisationen mehr zahlen, kann der Betrag für andere Organisationen, die auch diese Summe nicht aufbringen können (z. B. Organisationen aus Ländern der Dritten Welt) verringert werden.

Die Letztverantwortung für die Initiative hat der Kreis der sie tragenden Organisationen, der sich natürlich seinerseits nach bestimmten Regeln verändern kann, und zwar über eine Generalversammlung, in die jede Organisation ein Mitglied entsendet. Für die inhaltliche Arbeit ist ein Plenum vorgesehen. Jede tragende Organisation entsendet ein Mitglied ins Plenum und kann drei weitere Gäste einladen. Diese müssen nicht aus der jeweiligen Organisation stammen. Wir wollen hier insbesondere ermöglichen, dass alle Personen, die sich in den letzten Jahren stark für den Global Marshall Plan engagiert haben, in dieses Plenum entsandt werden können. Das Plenum hat zusätzlich die Möglichkeit, eigene Vorschläge für seine Erweiterung zu machen, die von der Generalversammlung bestätigt werden müssen. Die Initiative selber kann über Verträge bestimmte Aufgaben an andere Organisationen, insbesondere natürlich Trägerorganisationen, delegieren, etwa die Aufgabe, das Koordinationsbüro in Hamburg zu betreiben. Wir haben ferner einen Mediator (Ombudsmann) vorgesehen, der unabhängig ist und an den sich jeder mit Fragen oder Beschwerden wenden kann. Hier ist vorgesehen, dass alle Fälle transparent über das Netz verfügbar gemacht werden.

Noch einmal, der jetzige Vorschlag ist ein Vorschlag. Er ist offen für Anregungen und Veränderungen. Unser Ziel ist es, auf einer Sitzung der Global Marshall Plan Initiative am 4./5. Mai 2007 zu einer endgültigen Verabschiedung der Struktur zu kommen und diese dann auch möglichst rasch mit Leben zu füllen.

Wir bitten insofern um Rückmeldungen zum jetzigen Vorschlag. Wir werden uns vom Steering Committee aus alle Mühe geben, Vorschläge fair in einen vernünftigen Gesamtkontext zu integrieren. Wir schließen allerdings nicht aus, dass sich Kontroversen ergeben, die ein Umsetzen der Governance-Struktur ausschließen, dann machen wir vorläufig weiter wie bisher. Vor uns liegt ein ergebnisoffener Prozess. Offen ist deshalb auch, ob wir überhaupt zu einer entsprechenden Governance-Struktur kommen werden. Wir hoffen aber, dass der jetzige Vorschlag vielen so vernünftig erscheint wie uns und dass wir auf dieser Basis konstruktiv zu einer Lösung kommen werden.

F. Finkbeiner, F. J. Radermacher, J. Riegler

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