06.06.2014 - 13:26

Deutsche Bundesregierung plant Fracking-Gesetz noch vor der Sommerpause

Das klingt nach Taktik: Während sich das Land im Sommer- und WM-Rausch befindet, will die Bundesregierung noch schnell eine der umstrittensten umweltpolitischen Fragen abhandeln.


Hand Stop-frackingOffenbar noch vor der Sommerpause soll entschieden werden, ob in Deutschlands Untergrund Gas gefrackt wird - oder nicht. Beim Fracking wird ein Gemisch aus giftigen Chemikalien, Wasser und Sand in den Boden gespresst, um diesen „aufzubrechen“ und Gas zu gewinnen, das im Gestein eingeschlossen ist. Studien der beteiligten Konzerne sprechen von einer erschließbaren Fördermenge, die ungefähr den deutschen Gasbedarf von 10 Jahren decken könnte. Realistisch ist jedoch eine Ausbeute von wenigen Jahren, aufgrund nötiger Auflagen. Die Frage welche Probleme Fracking eigentlich löst - oder ob es nicht nur neue schafft - bleibt unbeantwortet.

Der deutsche EU-Energiekommissar Oettinger machte im Zuge der Ukrainekrise Druck auf die Bundesregierung und forderte sie auf, Fracking zu erlauben. Die plötzliche Eile schnell ein Gesetz zu verabschieden deutet darauf hin, dass es der Regierung darum geht, Fracking in Deutschland schnell zu ermöglichen - und nicht nachhaltige Energiepolitik zu gestalten.http://www.blog.gruenesgeld.net/wp-content/uploads/2013/03/fracking.jpg

Die Risiken sind nicht kontrollierbar

Für den Menschen lebensbedrohliche Chemikalien tonnenweise in den Untergrund zu pressen, aus dem man gleichzeitig seine Lebensgrundlagen Wasser und Ackerfrüchte bezieht - das scheint vollkommen absurd. Noch absurder ist es aber, wenn führende Politiker der Regierung dieses Verfahren hierzulande in großem Umfang erlauben wollen – in einem so dichtbesiedelten Land wie Deutschland, das gleichzeitig so viele andere Möglichkeiten hat, seine Energieversorgung langfristig zu organisieren.

Zwar sagen Befürworter, dass der Abbau in Gesteinsschichten stattfindet, in denen kein Grundwasser zirkuliert. Doch wer kann schon genau sagen wie sich giftige Flüssigkeiten im mechanisch aufgerissenen Boden verbreiten – und das nicht nur heute sondern auch in 20, 50 oder 150 Jahren? Nur eins ist klar: Sind abertausende Tonnen giftiger Chemikalien erst einmal im Boden, kann niemand sie je wieder herausholen.

Ukrainekrise lässt Fracking-Befürworter mutig werden

Die Ukrainekrise hat den Fracking-Befürwortern nun den Rückenwind verliehen, auf den sie gewartet haben. Ohne dass es konkrete Anhaltspunkte für einen Ausfall der Gaslieferungen nach Europa gibt, nutzen sie die politischen Verwerfungen zur Durchsetzung ihrer Agenda – und die Bundesregierung beeilt sich augenscheinlich zügig, den Wünschen der Lobby nachzukommen. Anstatt dass eine langfristige Lösung der Energiefrage beschlossen und der begonnene Weg der Energiewende konsequent weiterbeschritten wird, sollen für wenige Jahre Gasförderung unsere wichtigsten Lebensgrundlagen akut gefährdet werden.

Diese Form von „Energiepolitik“ wollen wir nicht und werden in den kommenden Wochen genau hinschauen. Trotz Fußball und Sommerwetter. Auflagen allein sind nicht genug, Fracking ist eine Risikotechnologie mit Langzeitfolgen. Alles andere als ein komplettes Verbot dieser Technologie wäre unvernünftig.

Damian Arikas


Meldung zum geplanten Fracking Gesetz: www.n-tv.de/politik/Bundesregierung-geht-Fracking-an-article12951086.html

Umstrittene Gasförderung: Oettinger will Fracking europaweit regeln www.spiegel.de/politik/deutschland/fracking-energiekommissar-guenter-oettinger-will-eu-weite-regeln-a-900777.html

Dokumentation „Gasland, die Wahrheit über Fracking (3Sat)“: www.youtube.com/watch?v=auj_f8yeDFw


Hier kann man gegen Fracking unterschreiben:

www.openpetition.de/petition/online/korbacher-erklaerung-der-buergerinitiativen-gegen-fracking-deutschland

http://www.change.org/de/Petitionen/bayerischer-landtag-fracking-gesetzlich-verbieten-ausgfrackt-is?utm_source=guides&utm_medium=email&utm_campaign=petition_created

www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/aktion-fracking-verbieten.html

www.campact.de/fracking/appell-2014/teilnehmen


 

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