10.05.2013 - 13:15

Dalai Lama besucht Universität Bern

Der Dalai Lama war zu Besuch in der Universität Bern. Am 17.04.2013 hielt das im Exil lebende spirituelle Oberhaupt Tibets vor mehr als 500 Zuhörenden einen Vortrag. 2011 hatte er alle seine politischen Ämter abgelegt und widmet sich fort an Themen wie beispielsweise dem Umweltschutz. Auf seiner Schweiz-Reise nutzte er die Gelegenheit, um mit der jungen Generation in Kontakt zu kommen.

Das Konzept des Krieges sei ein äußerst merkwürdiges, erklärte der Dalai-Lama in seinem Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung an der Uni Bern seinen Zuhörenden. „Ein Individuum, das einen Menschen im Namen des Guten umbringt, muss teilweise mit der Todesstrafe rechnen. Im Krieg werden tausende Menschen umgebracht im Namen des Guten und die Täter werden Helden genannt. Das verstehe ich nicht.“ Anstatt Geld und Arbeit in die Waffenproduktion zu investieren, wäre es besser sie in Forschung, zum Beispiel für erneuerbaren Energien wie Solarenergie anzulegen. Der Dalai-Lama selbst bezeichnete sich als „alten Mann des 20. Jahrhunderts“, welches mittlerweile Geschichte sei. Viel wichtiger ist die Zukunft, der wir uns widmen müssen und die besonders durch die junge Generation der unter 30-jährigen geprägt würde.

Zuvor hatte schon Rektor Martin Täuber den Beitrag der Uni Bern zur Zukunftsgestaltung hervorgehoben. Nachhaltige Entwicklung und der Zustand der Erde seien in vielen Institutionen leitende Prinzipien. So gibt es das renommierte Oeschger Zentrum für Klimaforschung oder das Center for Development and Environment (CDE), die zu diesen Themen eine großen Beitrag leisten. Der Dalai Lama wiederum, so Täuber, sei ein herausragendes Vorbild für Leadership und Verantwortung für die jungen Menschen, die neben Wissenschaft auch in diesen Bereichen an der Universität ausgebildet werden sollen.

Der Dalai Lama plädierte für ein globales Verantwortungsgefühl, um Lösungswege für Herausforderungen zu finden, die wie die Klimakrise oder Überbevölkerung, über nationale Grenzen hinausgehen. „Wir müssen an die ganze Menschheit denken, nicht an einzelne Nationen oder Gruppen. Wir brauchen ein globales Verantwortungsgefühl, das Gefühl einer Einheit. Wir sind 7 Milliarden Menschen auf der Erde – und mental, emotional und physisch sind wir alle exakt gleich.“ Bildung und Ausbildung sind dabei Schlüsselmomente.

Im Anschluss an den Vortag des Dalai Lama gab es eine offene Fragerunde an der sich die Studierenden beteiligten. Die Fragen drehten sich unter anderem um die Einstellung des Dalai Lamas zu Fleischkonsum und zur Bedeutung von Religionen. Einen täglichen Fleischkonsum würde er nicht empfehlen, sagte das geistliche Oberhaupt, er sei aber auch kein Vegetarier. Religionen wiederum können keine Lösung für unsere globalen Probleme sein, sehr wohl aber Hilfe leisten. Deshalb setze er sich für eine säkulare Ethik ein. Diese müsse universelle Werte wie Mitgefühl, Respekt und Liebe enthalten. Für den Dalai Lama ist damit auch Respekt gegenüber allen Religionen aber auch den Nichtgläubigen eingeschlossen.

Für mehr Informationen zum Dalai Lama besuchen Sie seine Homepage. Die Aufzeichnung seines Besuchs an an der Universität Bern können Sie hier anschauen.

(Quellen: sonnenseite.com Bild: sonnenseite.com, abendblatt.de)