12.05.2014 - 11:22

Chinas Kohleboom am Ende?

Seit circa vier Jahren ist China der größte Energieverbraucher der Welt. Ein wirksamer Klimaschutz ist daher nur möglich wenn China seine Energiepolitik reformiert und den Kohleboom im Land drastisch ausbremst. 

Die chinesische Regierung hat zum Glück bereits erkannt, dass es seine Energiepolitik drastisch verändern muss, wenn das Land seinen Bewohnern auch in Zukunft ein menschenwürdiges Leben ermöglichen will. Beim Nationalen Volkskongress in Peking hat Chinas Regierungschef Li Keqian daher einen "Krieg gegen Verschmutzung" angekündigt. Das Ausmaß der Umweltverschmutzung im Land ist beträchtlich. Laut Wiwo Green, hat „China hat allein 2012 9,2 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre gepustet, und damit einen Anteil von rund 27 Prozent am weltweiten CO2-Austoß gehabt.“

Chinas’ aktuellen Fünf-Jahres-Plan zur Folge plant die Regierung bis 2015 den Energieverbrauch pro BIP-Einheit um 16 Prozent – und den CO2-Ausstoss pro BIP-Einheit um 17 Prozent zu sinken. Beide Maßnahmen würden den Kohleboom erheblich ins Stocken bringen.

Derzeit ist Kohlekraft Chinas wichtigste Energiequelle. Aktuell wird mehr als zwei-drittel der Energie im Land durch Kohlekraft erzeugt. „Zwischen 2002 und 2012 trugen neue Kohlekraftwerke in China rund 50 Prozent zur Erhöhung des weltweiten CO2-Ausstoßes bei,“ laut Wiwo Green.

Obwohl noch mehrere Hundert Kohlekraftanlagen in Planung oder im Bau sind, wendet sich China immer mehr von der Kohle ab und setzt anstatt verstärkt auf alternative Energieträger wie Solarstrom und Windkraft, aber auch auf Atomkraft und Erdgas. Laut der US-Energiebehörde produzieren 28 Prozent der Kraftwerke in China sauberen Strom, überwiegend durch den Einsatz von Wasserkraft.

Kohle verliert zwar in China immer mehr an Bedeutung, trotzdem wird der Verbrach von Kohlekraft im Land vorerst weiterhin steigen. Im Interview mit Wiwo Green sagte Jost Wübbeke vom Mercator Institute for China Studies in Berlin, dass „Der Höhepunkt des Kohleverbrauchs wird frühestens 2020 eintreten.”

Wiwo Green zur Folge gibt es viele Gründe für Chinas Sinneswandel. Kohle in China erweist sich zunehmend als unrentabel. Alleine aus diesem Grund werden noch in diesem Jahr über 1.700 Minen geschlossen. Ein weiterer Grund sind die extrem schlechten Feinstaubwerte der chinesischen Städte und die damit verbundenen Gesundheitskosten. Im Lichte dessen ist es nicht so sehr verwunderlich, dass immer mehr Chinesen eine Reform der chinesischen Energiepolitik fordern.

Ein Ende des Kohlebooms in China hätte erhebliche Auswirkungen auf die globale Erderwärmung. Ein erfolgreicher Umstieg auf saubere Energieträger seitens Chinas würde als Vorbild für andere Länder dienen. David Sahay von Wiwo Green zur Folge hätten Länder wie die U.S.A. und Kanada dann keine Wahl als sich für den Klimaschutz einzusetzen. Er schreibt: „Wird China zum Klimaschützer, hat kein Staat der Erde eine Ausrede mehr, nicht selbst etwas zu tun.“

Quelle: http://green.wiwo.de/historische-zaesur-der-kohleboom-in-china-geht-zu-ende/

Weitere Artikel zum Thema China und Kohlekraft:

 http://www.globalmarshallplan.org/china-metropolen-im-nebel

Bilderquelle: kevin dooley & fabriziogiordano23 auf Flickr


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