12.02.2014 - 16:44

Bericht: Hochschultage für Nachhaltigkeit in Potsdam 2013

21.10./30.10./06.11. Countdown – Vorträge auf allen Campi
 
Den Auftakt in Potsdam bildeten Vorträge ausgewiesener Experten der UP: Prof. Ursula Gaedke (Lehrstuhl für Ökologie und Ökosystemmodellierung) ging vom Vorbild Natur aus. Geschlossene Kreisläufe in der intakten Natur sorgen für ein ständiges Gleichgewicht. Alles wird recycelt, nichts wird verschwendet. Die biologische Vielfalt gewährleistet Bodenfruchtbarkeit, Wasserregulation, Fischerei-Erträge und viele andere Dienstleistungen, von denen wir Menschen existenziell abhängen. Darum ist es so wichtig, unsere Biodiversität zu erhalten und mehr nach dem Vorbild der Natur zu leben.
 
Dr. Matthias Schloßberger (Institut für Philosophie) sprach mit Nachhaltigkeit und ein Gutes Leben andere Gründe an, die für einen schonenden Umgang mit der Natur sprechen.
Das Leben in einer intakten Natur ist deswegen anzustreben, weil wir in ihr ein besseres, zufriedeneres und ausgefüllteres Leben führen können.
 
Prof. Ingo Balderjahn (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre/Marketing) analysierte den Konsum: Zwischen Egoismus und Verantwortung. Die Beweggründe zum Konsumieren sind häufig egoistisch: Wir kaufen Produkte, die einen persönlichen Nutzen versprechen; Lebensmittel, die uns schmecken; modische Bekleidung, in der wir uns gefallen und wohlfühlen. Das Prinzip der Nachhaltigkeit fordert uns zusätzlich auf, Bedürfnisse so zu befriedigen, dass die Lebens- und Gestaltungschancen zukünftiger Generationen nicht beeinträchtigt werden. Ethisch motivierte Kaufentscheidungen zeugen von Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft.
 
13.11. Hochschultag für Nachhaltigkeit
Eine breite Palette an Workshops, Diskussionsrunden, Vorträgen, Messeangeboten und Postern zur Umweltrelevanten Forschung bot den Studierenden, Besuchern und Gästen ein langer Nachmittag in Potsdam Griebnitzsee. In der Eröffnungsveranstaltung führten zwei
 
Vorträgen in die Thematik ein:
Prof. Dr. Ute Stoltenberg (Leuphana Universität Lüneburg (Foto links)) fesselte die Zuhörer mit Bildung für eine nachhaltige Entwicklung – eine Herausforderung für Hochschulen. Gleich anschließend stellte Dr. Philipp H. Lepenies (IASS Potsdam) die Frage: Ökosoziale Marktwirtschaft – Heiße Luft oder realistisches Modell?
 
Danach boten drei Workshops zur nachhaltigen Praxis an der Universität die Möglichkeit sich selbst einzubringen:
 
Workshop 1: Umweltverträglich einkaufen und entsorgen
Wie können Konsum und Beschaffung an der Universität Potsdam nachhaltiger werden?
 
Workshop 2: Klimaneutralität? – Grüner Strom und Grüne Gebäudeheizung
Welche Ansätze zu einem nachhaltigen Energiemanagement an der Universität Potsdam seht Ihr?
 
Workshop 3: Studium Oecologicum - Wie lassen sich Nachhaltigkeitsaspekte in Lehre und Forschung integrieren?
 
 
Zwischen 13:00 und 18:00 Uhr konnten die Besucher auf dem Markt der Möglichkeiten bei vielen spannenden Aktionen mitmachen und hatten zahlreiche Gelegenheiten, sich bei Infoständen über nachhaltige Handlungsalternativen zu informieren. Zu den Highlights dieses Tages zählten der Ökologische-Fußabdruck-Rechner, bei dem die Besucher sich selbst testen und nützliche Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil erhalten konnten, der Umsonst-Bücher-Tisch, bei dem unseren Besuchern das Geben-und-Nehmen-Prinzip zur Verlängerung der Gebrauchsdauer von Gegenständen nahe gebracht wurde, die Upcycling-Bastelecke, welche zur kreativen Betätigung anregen und über die Verwertung von vermeintlichen „Abfall“ und Schrott informieren sollte sowie eine von Studenten organisierte Volxküche, bei der vegane Leckereien angeboten wurden.
 
Aus dem Programm:
Ökologischer Fußabdruck-Rechner
Wie nachhaltig lebst Du? Teste Dich! Tipps für den Alltag: Wir zeigen Dir, wie Du Deinen Ökologischen Fußabdruck verkleinern und nachhaltiger leben kannst.
 
UmsonstBücherTisch
Bücher nehmen und geben bringe mit was du nicht mehr brauchst, nimm mit was du gebrauchen kannst (keinen Ramsch!)
 
Bastelecke „Upcycling“ – Abfall war gestern!
Wir stellen nützliche Dinge aus „Müll“ her
 
VoKü – Veganes für jeden Geschmack
 
Infostände von: Global Marshall Plan Initiative / Haus der Natur / BUNDJugend / Greenpeace / Hanfhaus / Gesellschaft für Nachhaltigkeit / Stadtentsorgung / Greenjobs / Umweltkommission der UP / UniSolar / Botanischer Garten der UP / Initiative Bunte Wiese / AStA / HGP
 
Poster-Session: Umweltrelevante Forschung an der Universität Potsdam
 
Gespräche mit den Forschungsgruppen
 
Eine abschließende Filmvorführung regte zusätzlich zum globalen Weitblick an und rundete den Tag ab: Raising Resistance – Kampf ums grüne Gold
Diskussion mit den Regisseuren Bettina Borgfeld und David Bernet
Moderation: Ernst-Alfred Müller
Am Beispiel Paraguays wird gezeigt, wie großflächiger Sojaanbau die Existenz einheimischer Landbewohner und Bauern bedroht. Der Film erzählt vom wachsenden Widerstand der Campesinos gegen die Dominanz landwirtschaftlicher Großkonzerne und deren aggressivem Einsatz von Gentechnologie. (www.oekofilmtour.de)
 
03.12. Podiumsdiskussion
Zwischen dem Kanzler der UP, Herrn Gerlof, dem Vizepräsidenten für Lehre, Prof. Musil, der Biologin Prof. Gaedke und Herrn Pauligk von der Umweltkommission der UP standen der erste Umweltbericht der Universität und die Ergebnisse der Workshops zur Diskussion. Welche Ziele für das Jahr 2014 kann sich die Universität Potsdam stellen, um die ökologisch-nachhaltige Praxis an unserer Universität zu fördern? Die Podiumsdiskussion hat spürbar dazu beigetragen, die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung der Universität Potsdam auf allen relevanten Gebieten stärker in das Bewusstsein zu rücken.
 
Insgesamt dienten unsere Hochschultage der intensiven Anregung der Studenten zum nachhaltigen Handeln und Engagement. Wir freuen uns einen solchen Tag organisiert und so viele Möglichkeiten vorgestellt zu haben, auch wenn die Resonanz unter den Studierenden bei einigen Veranstaltungen eher verhalten war. Nach unserer Auffassung können einfach umzusetzende Aktivitäten im individuellen Gestaltungsraum eine handlungsorientierte Motivation am ehesten anregen und fördern: Begeisterung entsteht dort wo Veränderung möglich ist! Das heißt, jeder kann in seinem Alltag ökologisch-nachhaltig handeln und gemeinsam können wir auch unsere Universität in vielen Bereichen sinnvoll verändern.
 

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