11.07.2014 - 11:32

Aktionstag gegen TTIP in Hamburg - ein voller Erfolg

Ein Begleiter der Aktion berichtet hautnah, wie die Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) aus ganz Deutschland im Rahmen des Bundesaktionstages mit einfallsreichen Aktionsständen hunderte Menschen über mögliche Folgen des Handelsabkommens TTIP aufklärten.

 

Unter den Organisatoren waren auch drei interessierte und engagierte FÖJler der Global Marshall Plan Foundation. Durch die tägliche Arbeit setzten Sie sich mit Themen wie dem Freihandelsabkommen auseinander und wollten selbst aktiv werden. Den Bundesaktionstag nutzten sie als Chance um gemeinsam mit anderen Freiwilligendienstleistenden aus ganz Deutschland eine erfolgreiche Veranstaltung zu organisieren.

VerTTIPpt – unter diesem Motto machten am Samstag, dem 28.06.14, viele junge Menschen des Freiwilligen Ökologischen Jahres in der Hansestadt Hamburg, unter anderem auch die im Büro der Global Marshall Plan Foundation stationierten FÖJler, auf die Probleme des Freihandelsabkommens, welches zwischen der EU und den USA verhandelt wird, aufmerksam. Mit verschiedenen Ständen und vielen Flyern brachten sie den Passanten die Gefahren des „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ näher und versuchten, sie für diese zu sensibilisieren.

Etwa 250 junge Männer und Frauen zwischen 17 und 27 Jahren aus ganz Deutschland nahmen an dem Aktionstag teil. Viele waren bereits freitags angereist, um sich untereinander auszutauschen und über das TTIP, sowie den bevorstehenden Bundesaktionstag zu diskutieren. Das Hamburger Organisationsteam hatte den Tag von langer Hand bestens geplant und so mangelte es den Teilnehmenden, die in der Turnhalle der Heinrich-Wolgast-Schule in der Nähe des Hauptbahnhofs unterkamen, an nichts.

Um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen, wurden die Stände der FÖJler an strategisch günstigen Stellen in der Innenstadt Hamburgs positioniert. Die Polizei, die diese Standorte überprüfte und mit der das Vorgehen abgesprochen worden war, zeigte sich sehr hilfsbereit und kooperativ. Die Aktionsstände „Fracking“, „Gen-Technik“, „Bürgerinitiative“ und der Infostand „FÖJ“ wurden sehr unterschiedlich gestaltet und geleitet. Der Schwerpunkt lag besonders darauf, den Passanten die möglichen Auswirkungen des Freihandelsabkommen auf überwiegend ironische Art vor Augen zu führen.

Auf dem Gänsemarkt demonstrierte eine große und laute Gruppe, was bald geschehen könnte, wenn mit dem Abschluss des TTIP das Fracking in Deutschland erlaubt wird. Die als Bauarbeiter verkleideten Freiwilligendienstleistenden hatten eine abgesperrte Baustelle errichtet und riefen laut ihre Parolen unter dem Motto: „Dank TTIP kann HIER endlich gefrackt werden.“ Damit erregten sie zweifellos die Aufmerksamkeit der Menge und Sprüche wie „Können wir das Fracken – Jo, wir fracken das!“ schallten laut durch die Straßen der Neustadt.

Ein ähnliches Vorgehen verfolgte die Gruppe, die sich am Eingang des großen Einkaufszentrums „Europa Passage“ auf dem Jungfernstieg aufgebaut hatte. Während die einen, als große Maiskolben verkleidet, die Menge auf die Aktion aufmerksam machten, hielten andere am Stand die Stellung, der groß plakatierte: „Bio war gestern, keine Angst vor dem Fortschritt. Gen-Technik – ja, bitte.“ Natürlich war auch diese Aussage ironisch gemeint und erklärende Flyer wurden unter die Menge gebracht.

Die letzte Gruppe hatte sich direkt an der Binnenalster auf der schönen Promenade des Jungfernstiegs eingerichtet. Hier gab es allerhand Informationen zu TTIP und zum Freiwilligen Ökologischen Jahr, welches  seit 1998 existiert, jedoch vielerorts noch sehr unbekannt ist. Dies beabsichtigten die FÖJler zu ändern und es gab durchaus viele, die Flyer und Informationen interessiert entgegennahmen. Um halb vier wurden die Stände schließlich abgebaut und die Teilnehmer kehrten zur Schule zurück.


Allerdings waren die FÖJler an diesem Tag nicht die einzigen, die versuchten, auf die Gefahren des Handelsabkommens hinzuweisen. Um 16:00 Uhr wurde die „Europa Passage“ am Jungfernstieg mir nichts dir nichts von vielen jungen Aktivisten überschwemmt, die offensichtlich in einer Art Flashmob ihre Meinung demonstrierten. Sie trugen dabei mit den Buchstaben „T T I P“ beschriftete Augenbinden und bewegten sich einige Minuten lang vorsichtig tastend durch das Einkaufszentrum, bevor ein großes Plakat mit der Aufschrift „Lasst uns nicht weiter im Dunklen tappen – Stopp TTIP“ entrollt wurde. Während sie ein lautes Trillerpfeifen-Konzert anstimmten, nahmen alle „Blinden“ ihre Binden ab und banden sie an Geländern, Ständen und Stühlen fest. Nach weniger als einer Minute war der Spuk vorbei. Die Demonstrierenden verließen die „Europa Passage“ und auch wenn der Sicherheitsdienst ihre Spuren schnell beseitigte, blieb dennoch bei dem ein oder anderen Besucher ein bleibender Eindruck.


Die FÖJler ihrerseits feierten am Abend verdient ihren gelungenen Bundesaktionstag. Nach einer langen Nacht, bauten sie alles ab und traten die Heimreise an. Aber die Erinnerungen dieses Wochenendes werden bestimmt noch lange anhalten.

 

Bericht von Mathias Hoppe

 


Abonnieren Sie unseren Newsletter und verpassen Sie nichts!

Verfolgen Sie unsere Arbeit auf Facebook!

Vor Ort aktiv werden? Finden Sie eine Lokalgruppe in Ihrer Nähe!