08.11.2013 - 14:07

Abfallmengen werden noch Jahrzehnte weiter wachsen

 

Die Welt droMüllhaldeht an ihrem Müll zu ersticken. Die globale Abfallproduktion wächst laut einer neuen Studie noch mindestens bis ins Jahr 2075, aller Öko-Initiativen zum Trotz. Besonders beunruhigend: Die Zusammensetzung des Unrats verändert sich. Je reicher ein Land, desto giftiger sein Müll.

Der Globus, eine große Müllhalde? [...] Laut "Nature" hat die Weltbevölkerung schon im Jahr 2010 rund 3,5 Millionen Tonnen Müll produziert - pro Tag. Doch dieser Wert dürfte längst überholt sein, schreiben Daniel Hoornweg von der kanadischen University of Ontario und seine Kollegen. Denn die Tendenz kennt nur eine Richtung: steil aufwärts.


Generell sei Müll vor allem ein Problem urbaner Regionen. Ein Städter verursache doppelt bis viermal so viel Müll wie ein Landbewohner, und die Verstädterung nehme weltweit zu. Im Jahr 1900 hätten die Städter weltweit etwa 300.000 Tonnen Müll pro Tag produziert. Ein Jahrhundert später habe sich die Menge auf drei Millionen Tonnen verzehnfacht, bis 2025 werde sie sich noch einmal auf sechs Millionen Tonnen verdoppeln. Damit könne man eine 5000 Kilometer lange Kolonne von Müllautos befüllen - jeden Tag. Wenn der Trend ungebrochen weitergehe, so rechnen die Wissenschaftler vor, würden im Jahr 2100 täglich mehr als elf Millionen Tonnen feste Abfälle anfallen.

Schon jetzt seien die Auswirkungen auf den Planeten immens, warnen die Forscher. Mögliche Ansatzpunkte für eine Trendwende seien gebremstes Bevölkerungswachstum, verbessertes Ressourcenmanagement der Städte und technologische Fortschritte etwa für leichtere Verpackungen. "Der Gewinn für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft wäre enorm."

Das Problem: Es gibt nur wenige Anzeichen, dass dies geschehen wird. Hoornweg und seine Kollegen stellen drei Szenarien vor (siehe Fotostrecke des Originalartikels). Selbst in dem Optimistischen erreicht die Rate der Müllproduktion erst im Jahr 2075 ihren Höhepunkt (Szenario eins). Setzten sich die heutigen Trends dagegen fort (Szenario zwei) oder verschlimmerten sich gar (Szenario drei), werde die Welt auch über das Jahr 2100 hinaus diesen Höhepunkt nicht überwinden und damit nicht beginnen, die jährlich prduzierte Müllmenge zu verringern. "Solche Prognosen sind zwar mit großen Unsicherheiten behaftet", betont Christoph Wünsch, Experte für Abfall- und Kreislaufwirtschaft an der TU Dresden. Insgesamt aber wiesen die Berechnungen in eine plausible Richtung.

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