19.12.2012 - 15:46

50 AIESECler beim Vortrag der Münchner Lokalgruppe

Ein Beitrag der Regionalgruppe München

Bereits seit 1952 fördert AIESEC in Deutschland den kulturellen Austausch und die internationale Zusammenarbeit. Als mittlerweile größte internationale Studentenorganisation ist sie in über 100 Ländern weltweit präsent und begeistert Studenten wie Unternehmen von jeher durch Professionalität, Einsatzbereitschaft und Spaß an der Sache.

Nach einer Anfrage der Studentenorganisation, die den Global Marshall Plan bundesweit unterstützt, gab die Regionalgruppe München am 10.12.12 abends einen Vortrag. Vor einem Publikum von über 50 Studentinnen und Studenten gab Mario Wagner zunächst einen Überblick über die Hintergründe und Aktivitäten der Initiative.

Im Anschluss hielt Dr. Botho Kickhöfer ein Referat mit dem Thema "Win-Win-Situationen ": Als wichtigen strategischen Hebel zum Erreichen einer globalen öko-sozialen Marktwirtschaft erläuterten wir das „win-win-Prinzip“.

Selbstlose Hilfe ist in Extremsituationen wie bei Erdbebenfolgen angesagt, als strategischer Hebel aber unglaubwürdig und schädlich: Sie produziert das bekannte „Helfersyndrom“ als Krankheitsbild bei den Helfern und Passivität bei den Adressaten.

Die sog. Entwicklungshilfe heißt heute angemessener Weise Entwicklungszusammenarbeit: Sie soll Nehmern und Gebern nützen („win-win“). Export von Investivkapital erbringt, richtig gemanaged , Rendite für die Investoren hier und Arbeitsplätze im Nehmerland, infolgedessen inländische Nachfrage, also Kaufkraft dort und die wiederum ermöglicht den Import von Waren.
Dies ist der Weg, den viele Schwellenländer erfolgreich gehen und der den ärmsten der armen Länder – v.a. in Afrika - versagt bleibt, weil sie als nicht zuverlässig gelten. Das „win-win“-Prinzip war auch der Schlüssel zum Erfolg des historischen Marshallplans in den 40iger Jahren des 20. Jh.s. Das „Wirtschaftswunder“ hierzulande hat hier einen Grund.

Auch die EU arbeitet schon längst nach diesen Grundsätzen: Export von Kapital, Wissen und Verwaltungsstrukturen gegen ökonomischen Gewinn und verlässliche Partnerschaft. In den Fällen Griechenland und erst recht Afghanistan wurden dabei schwere Fehler begangen.

Generell gilt, hierzulande und global: Wohlverstandenes grünes Wachstum bringt Unternehmern langfristigen Gewinn, schont die Ressourcen, vermeidet Verschmutzung, nützt allen. Diesem Denken muss aber noch Bahn gebrochen werden, indem der Saat die richtigen Anreize setzt, also schädlichem Verhalten in Produktion und Konsum negative Konsequenzen folgen lässt und nachhaltige Investitionen in jedem Schritt belohnt. Der Anreiz muss vom Mehrverbrauch zum Minderverbrauch umgelenkt werden (E.U. v. Weizsäcker). Beim heutigen EEG oder bei den Vergünstigungen von Dienstwagen ist dies noch kontraproduktiv geregelt; denn schädliches Verhalten wird belohnt.

Wir haben dabei zu lernen, dass wir nicht nur Wünsche äußern und Forderungen in die Welt setzen, sondern stets genau benennen, wer der Adressat dafür ist.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch ein Büchertisch mit den einschlägigen Publikationen aus dem Buchabo aufgebaut und zahlreiche Flyer verteilt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei das Heft zum Global Marshall Plan "A planetary contract".

Die Regionalgruppe freut sich darauf, auch in Zukunft wieder Aktionen gemeinsam mit AIESEC durchzuführen.

Ist Ihr Interesse an der Lokalgruppe geweckt? Besuchen Sie deren Lokalgruppen-Seite unter www.globalmarshallplan.org/muenchen.